
Der bundeseigene Konzern hatte die Anhebung schon im September mit Verweis auf höhere Energie- und Personalkosten angekündigt. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte am Freitag, regelmäßig steigende Preise drohten vor allem neue Kunden abzuschrecken. Zuletzt waren Fahrkarten am 1. Januar teurer geworden. Bahncards für Vielfahrer werden um durchschnittlich 3,8 Prozent teurer. So kostet die beliebte Karte mit 50 Prozent Rabatt künftig 220 Euro statt 212 Euro. Dafür ist die Auslands-Ergänzung „Railplus“ automatisch enthalten, für die bislang auf Wunsch 15 Euro zusätzlich fällig waren. Sitzplatzreservierungen für Fernzüge werden um 50 Cent teurer und kosten am Automaten oder im Internet künftig zwei Euro, am Schalter vier Euro. Der Preis für das Schönes-Wochenende-Ticket steigt um zwei auf 35 Euro. Auch zahlreiche Ländertickets werden um ein oder zwei Euro teurer. Die Preiserhöhung bringt der Bahn nach eigenen Angaben Zusatzeinnahmen von rund 60 Millionen Euro pro Jahr. Der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann warf der Bahn vor, die Kunden trotz immer neuer Rekordeinnahmen zum „Zahlmeister“ für den geplanten Börsengang zu machen. Bessere Verbindungen nach Dänemark und in die Schweiz Dagegen begrüßte der VCD Verbesserungen bei Verbindungen ins europäische Ausland, die eine „echte Alternative zum besonders klimaschädlichen Flugverkehr“ seien. Von Sonntag an rollen ICE erstmals auch nach Dänemark, und zwar von Berlin und Hamburg nach Kopenhagen und Århus. Daneben wird Österreich mit einer neuen Linie von Dortmund und Frankfurt/Main nach Wien in den ICE-Takt einbezogen. Auf der im Juni eröffneten Paradetrasse nach Paris wird der ICE-Takt verdichtet. Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV fährt im Gegenzug erstmals bis nach München. Außerdem verbinden künftig täglich fünf ICE-Zugpaare die Schweizer Stadt Interlaken mit mehreren deutschen Großstädten wie Frankfurt und Berlin. Das seien drei Züge mehr als bisher, erklärten die Schweizer Bundesbahnen (SBB) am Freitag. Mit dem Ausbau der Verbindungen werde die Stadt im Berner Oberland zur wichtigen Drehscheibe im Schweizer Schienenverkehr. Die Deutsche Bahn erklärte, die Schweiz sei ihr wichtigster Auslandsmarkt. Mehr als vier Millionen Kunden hätten 2006 die Züge zwischen beiden Ländern genutzt, fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die 19 ICE-Züge, die Deutschland und die Schweiz verbinden, sollen für 60 Millionen Euro modernisiert werden. Um mehr Kunden für die Erste Klasse der ICE zu gewinnen, soll der Service verbessert werden. Neben 200 zusätzlichen Mitarbeitern für die Betreuung in den Zügen wird laut Bahn das Tageszeitungsangebot erweitert, verteilt werden sollen auch kleine Snacks. Die Zahl der Erste-Klasse-Tickets soll dadurch binnen eines Jahres um eine Million gesteigert werden.













