Deutsche Bahn: Das Bahn-Debakel im Nahverkehr - Seite 4

Deutsche Bahn: Das Bahn-Debakel im Nahverkehr

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Anteile der Wettbewerber, Gewinn- und Verkehrsentwicklung der Bahn im Nahverkehr
Anteile der Wettbewerber, Gewinn- und Verkehrsentwicklung der Bahn im Nahverkehr

Bislang spielt die Deutsche Bahn im Ausland nur eine Nischenrolle. Während andere Staatsbetriebe wie SNCF aus Frankreich, SBB aus der Schweiz, DSB aus Dänemark und NedRailways aus Holland schon lange außerhalb ihrer Heimatmärkte im Nahverkehr unterwegs sind, hielten sich die Deutschen zurück — auch deshalb, weil sie wegen abgeschotteter Bahnmärkte wie in Frankreich oft nicht anders konnte. Bisher ist sie nur in kleinen Netzen wie im britischen Newcastle und dem schwedischen Östergötland unterwegs.

Europäischer Aufstieg

Beim Umsatz außerhalb ihrer Heimatmärkte liegt die Deutsche Bahn unter den europäischen Eisenbahnunternehmen gerade einmal auf Rang acht. Mit dem Erwerb von Arriva wird sie sich auf Rang drei katapultieren.

Die Deutschland-Aktivitäten von Arriva muss die Bahn allerdings verkaufen. So verlangt es das europäische Kartellrecht. Grube will das Geschäft als Gesamtpaket veräußern, Interessenten gibt es genug. So wird allen Großen wie Veolia und Keolis Interesse nachgesagt. Auch die Rethmann-Gruppe, ein Familienunternehmen aus dem westfälischen Selm, prüft den Einstieg. Das Logistikunternehmen erzielte 2009 einen Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro und betreibt unter anderem die größte mittelständische Busflotte in Deutschland. Im Falle eines Zuschlags würde Rethmann auf einen Schlag zu einem großen Bahnbetreiber in Deutschland aufsteigen.

Aggressiver Angreifer

Als Favorit gilt jedoch das norddeutsche Unternehmen Benex: Die Tochter der Hamburger Hochbahn gilt als aggressiver Angreifer, der seinen Marktanteil in den kommenden Jahren von unter zwei auf zehn Prozent hochschrauben möchte. Als einziges Unternehmen außer der Deutschen Bahn hat es in den vergangenen Monaten trotz Krise ernsthaft bei Ausschreibungen mitgeboten.

Grube muss nun entscheiden, ob er beim Verkauf der Arriva-Anteile einen hohen Preis erzielen oder sich einen Angreifer vom Leib halten möchte. Bei der Bilanzvorlage vor wenigen Tagen schlug das Pendel in Richtung Cash. Kurzfristig wäre das gut für die Bahn, langfristig macht es Grube das Leben schwerer.

14 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.05.2011, 00:10 UhrAnonymer Benutzer: Heysel

    Lieber Pendler!!!

    Dieses ist ein berichterstattung über das VERGAbEVERFAHREN im SPNV. Auch die Privatbahnen fahren im Db-Tarif und in den Verbundtarifen. Das Vergabeverfahren hat mit den Fahrpreisen nichts zu tun. Die zu erbringende Leistung des EVU wird im Verkehrsvertrag definiert. Lieber PENDLER: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal FRESSE HALTEN!!!

  • 12.08.2010, 00:32 UhrAnonymer Benutzer: Mitropa

    Hoffentlich ist der Artikel besser recherchiert als das bild: Das nämlich entstand nicht in Dresden, sondern in Lübeck (schlappe 500 km daneben), und die Db-Tochter heißt Db regio (ohne "n").

    Also - nicht alles glauben, was so geschrieben steht (sorry, liebe Wiwo).

  • 11.08.2010, 15:53 UhrAnonymer Benutzer: .. von einem Leser

    Was sagt eigentlich der bund der Steuerzahler zu diesen privaten Gewinnen des Db Konzerns aus dem Steuertopf?

    Vergessen wir nicht: Die Gewinne im Regionalverkehr sind nichts anderes als die finanziellen Mittel nach dem Regionalisierungsgesetz, die im Namen der Steuerzahler vom bund über die Aufgabenträger des SPNV an die Db Regio für Durchführung des bahnverkehrs gezahlt werden. Offenbar werden Mittel in dreistelliger Millionenhöhe (fast 1 Mrd. Euro!) jedes Jahr zwar gezahlt, von dem Db Konzern dafür offenbar nicht benötigt und darum als Gewinn an den Mutterkonzern abgeführt.

    Weniger spannend ist darum m.E. der Einbruch der Gewinne im Nahverkehr - darüber freut sich der Steuerzahler - sondern vielmehr, was bisher damit angefangen wurde und worauf der Db Konzern wohl zukünftig verzichten muss bzw. anders finanzieren muss als durch den ungenierten Griff in die Regionalisierungsmittel zur Aufrechterhaltung des Schienennahverkehrs.

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