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Deutsche Bahn: Deutsche Bahn muss Trassenpreise ändern

von Reinhold Böhmer und Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn muss auf Druck der Bundesnetzagentur ihr Preissystem für die Gleise ändern.

Die Bundesnetzagentur verlangt bis spätestens zum Fahrplanwechsel im Dezember die Abschaffung der sogenannten Regionalfaktoren von der verantwortlichen Bahntochter DB Netz. „Die Regionalfaktoren sind diskriminierend und sachlich nicht nachvollziehbar“, begründet Präsident Matthias Kurt sein Vorgehen gegenüber der WirtschaftsWoche. DB Netz erhebt den Zuschlag auf derzeit 32 Schiennetzen, wodurch sich die Trassenpreise in ländlichen Regionen für den Schienenpersonennahverkehr teilweise fast verdoppeln.

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Für die Deutsche Bahn bricht damit eine ihrer wichtigsten Erlösquellen weg. Die Einnahmen durch den regionalen Zuschlag liegen bei geschätzten 150 Millionen Euro pro Jahr. Laut vertraulicher Mittelfristplanung, die der WirtschaftsWoche vorliegt, will Bahnchef Rüdiger Grube mit den Trassenpreisen im Jahr 2014 einen Gewinn (nach Zinsen und Steuern) in Höhe von 660 Millionen Euro erwirtschaften. Das entspricht einer Marge von 22 Prozent. Im Schnitt stieg der Trassenpreis in den vergangenen Jahren um mehr als zwei Prozent und lag damit höher als die Inflationsrate.

Flachlandnetz teurer als Bergstrecken

Die Deutsche Bahn begründet den seit 2003 erhobenen Regionalfaktor damit, dass nur so die hohen Kosten der ländlichen Schienenstrecken mittelfristig gedeckt würden. Doch diese Behauptung kann die Bundesnetzagentur „nicht nachvollziehen“, sagt Kurth. "Sie steht im Raum, wird von der Bahn aber nicht schlüssig begründet“. Unlogisch erscheint schon allein, dass Flachlandstrecken in Mecklenburg-Vorpommern durch den Regionalfaktor höher belastet werden als Berg- und Talstrecken im Bayerischen Wald, an Rhein und Mosel oder im Allgäu. Teilweise sind Regionalstrecken teurer als Hochgeschwindigkeitsnetze. So kostet ein gefahrener Zugkilometer im Mittelsachsen-Netz, wo nur Tempo 100 möglich ist, 7,56 Euro. Für einen gefahrenen Zugkilometer auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Mannheim-Basel verlangt DB Netz aber nur 7,08 Euro.

Natürlich muss auch die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Regio, auf solchen Strecken den Zuschlag zahlen. Doch „es gibt eindeutige Hinweise, dass die Wettbewerber in der Summe stärker belastet werden als die Deutsche Bahn“, sagt Kurth. Da die Eisenbahnunternehmen steigende Trassenpreise in der Regel an die öffentliche Hand weiterleiten, die den Verkehr bestellt, profitieren neben den Wettbewerbern auch die Steuerzahler vom Wegfall des Regionalfaktors.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.03.2010, 16:30 UhrAnonymer Benutzer: Isolator

    Knieschuß:

    Wenn ich die Aktion der Netzagentur richtig verstehe, dürften nächstens wahrscheinlich einige hundert/tausend Kilometer bahnnebenstrecken zum Verkauf oder zur Schließung anstehen.

    Na, das wird dem hehren Ziel des Wettbewerbs auf der Schiene aber enorm nützen.

  • 08.03.2010, 14:30 UhrAnonymer Benutzer: Schwellenkreuz

    Wie hätten Sie´s denn gern ?

    Auf den Hauptstrecken werden die Vorhaltungskosten für das Netz durch die Erlöse aus hoher inanspruchnahme gedeckt.
    Auf den Nebenstrecken ist die Zugfolge geringer und damit sinken natürlich auch die Trassenerlöse. Dennoch sind auch diese Strecken mit hohem technischen Qualitätsgrad vorzuhalten.
    Und wie/womit soll die dortige Kostenunterdeckung nun ausgeglichen werden ?
    Was aus der Entscheidung der bundesnetzagentur bezüglich der bepreisung der Nebenstrecken folgen wird, darf man sich an einer Hand ausrechnen.

  • 08.03.2010, 08:33 UhrAnonymer Benutzer: anno

    Unsere Politiker werden einfach nicht schlau. Nach der Katastrophe mit den Netzgebühren bei Strom und Gas soll nun auch die bahn das Schienennetz verwalten. Da kann ja nichts anderes herauskommen, als die Diskriminierung der Wettbewerber.b591

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