Deutsche Bahn: Die Schelte gegen Mehdorn ist überzogen

KommentarDeutsche Bahn: Die Schelte gegen Mehdorn ist überzogen

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Bahnchef Hartmut Mehdorn steht derzeit heftig in Kritik

Egal ob Datenschützer, Politiker oder Gewerkschafter - von allen Seiten wird derzeit kräftig auf Bahnchef Hartmut Mehdorn eingedroschen. Weil es schick ist, sich für Datenschutz einzusetzen. Weil es immer gut ankommt, gegen die Bahn zu wettern. Und weil man Mehdorn wieder einmal die Arroganz in Person vorwerfen kann. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Christian Schlesiger.

Dabei ist die Schelte überzogen. In Wahrheit verhalten sich die Kritiker wie Lemminge, die das öffentlichkeitswirksame Thema zur eigenen Profilierung ausschlachten wollen.

Sie nutzen die ihnen gebotene Bühne, um Polemik vor Sachargumente zu stellen. Die Fakten sprechen aber bislang eine andere Sprache:

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Die Bahn hat offene Daten miteinander verglichen: Name, Adressen und Kontonummern der Mitarbeiter liegen dem Unternehmen genauso vor wie die Daten von Lieferanten. Dieses Screening halten Experten wie der renommierte Arbeistrechtsexperte Jobst-Hubertus Bauer für juristisch unangreibar. Zumindestens gibt es keine Regelung, die das Verfahren verbietet. Die Zahl von 173.000 Mitarbeiter ist zwar hoch, aber Nachteile hatte bislang keiner zu tragen.Die Überprüfung ist bereits abgeschlossen. Sie fand in der Zeit 1998 bis 2007 statt. Dass der oberste Korruptionsbekämpfer Wolfgang Schaupensteiner, der erst nach der Zeit zum Konzern kam, das nicht stärker für sich in Anspruch nimmt, ist erstaunlich. Das Thema könnte viel stärker als bereits abgeschlossenes Kapitel kommuniziert werden.Die öffentliche Diskussion hat das Thema Korruptionsbekämpfung völlig in den Hintergrund gedrängt. Angenommen, Mehdorn hätte nichts unternommen gegen Korruption im eigenen Konzern, und es wären Fälle aufgetaucht, wie hoch wäre wohl der Ansturm der Entrüstung gewesen?! Dann zu Recht, denn Mehdorn verwaltet Milliarden von Steuergeldern.

Natürlich hat Mehdorn Fehler gemacht. Er hätte die Mitarbeiter informieren sollen, am besten in einem Rundbrief, zumindestens aber über den Betriebsrat. Bei der Zahl von 173.000 überprüften Mitarbeitern ist er zudem weit über das Ziel hinausgeschossen. Korruption geht hauptsächlich von Führungskräften aus, denn nur die dürfen Aufträge vergeben. Es stünde Mehdorn gut, wenn er nicht so überheblich daher kommen würde. Zuerst sagte er nichts, dann wies er jegliche Kritik harsch zurück.

Solange der Konzern keine unerlaubten Mittel zur Korruptionsbekämpfung anwendet, ist die Kritik am Bahnchef aber überzogen. Und der Stil im Umgang mit den Mitarbeitern wird sich ändern. Das hat Mehdorn bereits angekündigt.

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