Deutsche Bahn: Erlösrückgang bei DB Regio

Deutsche Bahn: Erlösrückgang bei DB Regio

Die Deutsche Bahn erwartet dramatische Erlöseinbußen im Personennahverkehr.

Die Gewinne der Bahn-Tochter DB Regio sinken bis 2013 um voraussichtlich 30 Prozent. Lag der Gewinn (Betriebsergebnis II , nach Zinsen und Abschreibungen, vor Steuern) der Nahverkehrssparte im vergangenen Jahr noch bei 780 Millionen Euro, reduziert er sich in vier Jahren auf 550 Millionen Euro. Das geht aus der streng geheimen Mittelfristplanung hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegt.

Aus der Planung geht zudem hervor, dass der Börsengang der Bahn in den kommenden Jahren nicht kommen wird. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) — eine für Investoren relevante interne Kennzahl — wird auch in vier Jahren nicht das einst für die Privatisierung definierte Ziel von zehn Prozent erreichen. So steht es in dem geheimen Dokument. Derzeit liegt der Wert bei 6,2 Prozent.

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Der Wettbewerb im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) setzt die Deutsche Bahn offenbar stärker unter Druck als erwartet. Der Konzern geht für die Jahre von 2009 bis 2013 mit einem sinkenden Marktanteil und mit einer „rund 70-prozentigen durchschnittlichen Gewinnquote in Ausschreibungsverfahren und Direktvergaben“ aus, heißt es in dem Papier weiter. Das Ziel ist optimistisch: 2008 gingen nur 30 Prozent der neu ausgeschriebenen Strecken an die DB. Ursache für die rückläufigen Erlöse könnten auch Preisnachlässe bei laufenden Verträgen sein. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hatte jüngst darauf gedrängt, weil insbesondere die Qualität der S-Bahnen von DB Regio nicht den vereinbarten Zielen entsprachen.

Um die Zukunftschancen zu erhöhen, werde nun das Personalkostenniveau „adressiert“, heißt es in der Mittelfristplanung der Deutschen Bahn. Mit anderen Worten: Die Bahn wird bei Ausschreibungen immer öfter mit eigenen Billigtöchtern antreten, so wie sie es schon bei der nicht tarifgebundenen Heidekrautbahn auf der Regionalexpresslinie Aachen–Siegen getan hat.Die Zeiten, in denen DB Regio die Cash Cow des Konzerns war, geht damit vorbei. Sowohl die Speditionssparte DB Schenker Logistics, der Infrastrukturbereich DB Netze Fahrweg sowie DB Fernverkehr sollen im Jahr 2013 höhere Gewinne als DB Regio erzielen. So kommt DB Schenker Logistics laut Plan auf 620 Millionen Euro (bei einem Umsatz von 17,1 Milliarden Euro), DB Netze Fahrweg auf 570 Millionen Euro (5,8 Milliarden Euro) und DB Fernverkehr auf 580 Millionen Euro (4,3 Milliarden Euro).

Heftige Einbrüche erwartet die Deutsche Bahn beim Schienengüterverkehr. Die Tochtergesellschaft DB Schenker Rail rechnet in diesem und im kommenden Jahr mit Verlusten. 2009 liegt das erwartete Minus bei 100 Millionen Euro. Für 2010 geht die Bahn mit einem Verlust in Höhe von 20 Millionen Euro aus.

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