Deutsche Bahn: ICE und Intercitys sollen hohe Gewinne bringen

Deutsche Bahn: ICE und Intercitys sollen hohe Gewinne bringen

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Große Sprünge im Fernverkehr. Wie die Deutsche Bahn das Geschäft mit ICEs und Intercitys bis 2015 steigern will

von Christian Schlesiger

Das mürbe Monopol der Deutschen Bahn braucht dringend neuen Schwung. Künftig sollen ICEs und Intercitys zu den neuen Gewinnbringern werden. Das stellt die Bahn vor ein schwer lösbares Dilemma.

Es war ein sonniger Tag, und Ulrich Homburg hatte Grund zur Freude. Vor hochkarätigen Tourismusmanagern durfte der Personenverkehrschef der Deutschen Bahn (DB) im Terminal 2 des Flughafens Köln-Bonn zwei Boeing 737 auf den Namen des Staatskonzerns taufen. „DB Air One“ und „DB Air Two“ heißen die beiden Maschinen der TUI-Tochter TUIfly, die seitdem im Design eines weißen ICE und roten Regionalzugs durch die Lüfte fliegen. Die Flugzeuge sollen für die Anreise zum Airport mit der Eisenbahn werben, die viele Reiseveranstalter ihren Pauschaltouristen anbieten. Für Homburg war der Event Anfang Februar „endlich mal wieder ein schöner Termin“.

Was hatte der 55-Jährige nicht immer den Kopf für Bahn-Chef Rüdiger Grube hinhalten müssen, als Züge im Dezember wegen plötzlichen Schnees reihenweise ausfielen, Monate zuvor Fahrgäste wegen defekter Klimaanlagen kollabierten oder die Kommunikation auf den Bahnsteigen zusammenbrach.

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Fünf Mal mehr Gewinn

Doch das soll bald für immer der Vergangenheit angehören. Homburg ist von Grube auserkoren, die von Pannen geplagten ICEs sowie Intercitys endlich zu dem zu machen, was eine Prestigesparte sein soll: ein Gewinnbringer, und das nicht zu knapp. Das zeigt die streng vertrauliche Mittelfristplanung der Deutschen Bahn für den Personenfernverkehr, die der WirtschaftsWoche bekannt ist.

Diesen Planungen zufolge soll Homburg den Umsatz im Fernverkehr bis 2015 um rund 20 Prozent auf 4,46 Milliarden Euro im Jahr steigern. Erwirtschaften die ICE-und Intercity-Züge heute gerade einmal ein Betriebsergebnis von 129 Millionen Euro nach Abzug von Zinsen und vor Steuern, sollen es 2015 fast 600 Millionen Euro sein — fast eine Verfünffachung. Damit würde die Deutsche Bahn mit ihren Schnellzügen erstmalig mehr Geld verdienen als mit den Regional- und S-Bahnen. Die werfen zurzeit riesige Profite ab, weil der Bund den Ländern jedes Jahr rund sieben Milliarden Euro überweist, damit diese Nahverkehr auf der Schiene bestellen. Die ICEs und Intercitys müssen ohne solchen staatlichen Geldsegen auskommen und ihre Gewinne selber einfahren.

Auch wenn das Jahr 2015 noch weit weg ist — die Vorgaben für Personenverkehrs-chef Homburg zeigen, welchen Wert Grube den ICEs und Intercitys in den kommenden Jahren beimisst. Denn in wichtigen anderen Sparten bröckeln die Monopole, die der Staatsriese jahrzehntelang innehatte. Im Schienengüterverkehr liegt der Marktanteil nur noch bei 78 Prozent, der Regionalverkehr schafft allenfalls rund 82 Prozent — Tendenz in beiden Geschäftsfeldern: stark abnehmend. Eine Ausnahme bildet das Schienennetz, das der Steuerzahler jedes Jahr mit 2,5 Milliarden Euro für Instandhaltung und 1,2 Milliarden Euro für Neubau alimentiert. Hier kann Grube die Einnahmen und Ausgaben so lenken, dass er in den kommenden Jahren einen wachsenden Überschuss bis zu einer Dreiviertel Milliarde Euro im Jahr 2015 ausweisen kann.

Vor diesem Hintergrund will Deutschlands ranghöchster Eisenbahner in den kommenden Jahren wenigstens das letzte ihm verbliebene Monopol im Transportgeschäft, den Fernverkehr, melken. Immerhin verfügen die ICEs und Intercitys im überregionalen Personenverkehr über einen Marktanteil von 99 Prozent.

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