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Deutsche Bahn: Jeder fünfte Zug ist unpünktlich

von rtr/dapd

Die Bahn veröffentlicht ihre Statistik zur Pünktlichkeit ihrer Züge im Internet – auch um Kritiker verstummen zu lassen. Von Zugausfällen will sie zwar nicht reden, dafür demnächst Ausweichrouten ins Netz stellen.

Die Bahn kämpft weiter mit Quelle: Matthias Schrader dpa
Die Bahn kämpft weiter mit Verspätungen Quelle: Matthias Schrader dpa

Die Deutsche Bahn legt erstmals die Pünktlichkeit ihrer Züge offen. Monatlich soll die Statistik nun aufgeschlüsselt nach Nah- und Fernzügen im Internet abrufbar sein. Dabei würden erstmals Nah- und Fernverkehr voneinander getrennt ausgewiesen, erläuterte Personenverkehrs-Vorstand Ulrich Homburg "Die Zahlen in diesem Jahr zeigen, dass wir deutlich pünktlicher unterwegs sind, als uns von Kritikern vorgeworfen wird", sagte Homburg heute in Berlin. 2011 war etwa jeder fünfte Fernzug unpünktlich. Im Januar erhöhte das Winterwetter, im Juni der Brand eines Stellwerks die Quote etwas. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lobte die Bahn für die zusätzliche Transparenz.

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Als pünktlich gilt ein Zug mit weniger als sechs Minuten Verspätung. Zugausfälle tauchen in der Statistik allerdings nicht auf und werden auch in die Pünktlichkeit nicht eingerechnet. Laut Homburg fällt weniger als ein Zug von hundert aus. Ziel der Bahn sei es, dass dauerhaft mehr als 80 Prozent der Fernzüge und 93 Prozent der Züge insgesamt pünktlich seien. Die Bahn führt seit langem intern Statistik über die Pünktlichkeit ihrer Fernzüge, hielt diese jedoch bislang unter Verschluss. Immer wieder sickerten aber Informationen über Verspätungen durch. Die Stiftung Warentest machte auch eigene Erhebungen.

Berichte über die Pünktlichkeit von IC und ICE konterte das Unternehmen meist mit einer Gesamtpünktlichkeitsquote, die praktisch immer klar über 90 Prozent liegt. Darin sind aber Regionalzüge und S-Bahnen enthalten, die in Takten von wenigen Minuten fahren und den Großteil des Personenverkehrs ausmachen. Gemessen wird die Pünktlichkeit an jedem Halt eines Fernzuges und an einer ausgewählten Zahl von Stationen des Nahverkehrs. Hat ein Zug also an einem von fünf Haltepunkten eine Verspätung von mehr als sechs Minuten, so geht dies mit einer Pünktlichkeitsquote von 80 Prozent in die Statistik ein.

Bereits in der Vergangenheit konnten Bahn-Kunden im Internet ablesen, ob ihr Zug voraussichtlich pünktlich an ihrer Station ankommt. Homburg kündigte an, diese Informationen sollten künftig noch zuverlässiger werden. Homburg wies zudem daraufhin, dass extremes Wetter, der zunehmende Diebstahl von Kupferkabeln und Selbstmorde auf Schienen der Bahn erheblich zu schaffen machten. Auch der zunehmende Verkehr auf der Schiene mache sich bemerkbar. Zudem würden im Zweifel Anschlusszüge für die Kunden warten, auch wenn diese dann selbst unpünktlich würden.

Bisher ist im Internet zwar abrufbar, welcher Zug wie viel Verspätung hat, aber keine monatliche Statistik. Lediglich die Jahres-Statistik wurde im Geschäftsbericht gemessen, allerdings nicht nach Fern- und Nahverkehr getrennt. Homburg kündigte an, dass in Kürze auf Smartphones nicht nur - wie jetzt schon - die Verspätung der einzelnen Züge angegeben werde, sondern bei großen Verzögerungen auch Ausweichmöglichkeiten vorgeschlagen würden. Die durchschnittliche Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr liegt bei 80,9 Prozent. Im Regionalverkehr, der mit rund 780.000 von 800.000 Fahrten pro Monat den Löwenanteil des Bahnbetriebs ausmacht, betrug sie 93,5 Prozent, was die Gesamtquote pünktlicher Personenzüge auf 93,2 Prozent bringt.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.09.2011, 16:05 UhrAnonymer Benutzer: Was soll´s ?

    Es ist doch völlig irrelevant, was die bahn tut:

    Kein Mensch wird seine Vorurteile gegenüber
    dem Unternehmen ablegen und mal sagen,
    dass irgendetwas gut ist, was von dort kommt.

    Selbst wenn die bahn den Nulltarif einführen würde,
    kämen noch welche, die beklagen, dass es darauf
    keinen Rabatt gibt.

    Alles geschenkt:
    Die bahn bräuchte ein dickeres Fell,
    aber keinen Aktionismus, den doch keiner goutiert.

  • 22.09.2011, 15:57 UhrAnonymer Benutzer: Nüchtern betrachtet....

    ssssssssssssss Traveller sssssssssssssss

    Sie gehen von einer falschen Voraussetzung aus
    und glauben an das Gute im Menschen.
    Das ist zwar löblich, aber nicht in Mode.

    in Mode ist nur das undifferenzierte Eindreschen
    auf die bahn - die deutsche natürlich.
    bei allen anderen auf der Welt ist diese in Ordnung.

    Und das bahn-Verhauen ist ein ganz besonderes Hobby
    speziell der Journaille.

    Geben Sie es auf:
    Rationalität ist nicht gefragt - auch nicht bei den Medien!

  • 21.09.2011, 15:13 UhrAnonymer Benutzer: Traveller

    @Maria

    ich bin sicherlich kein Fan der bahn, aber ihre Ergebnisse ihrer (den wissenschaftlich Standards genügenden ;o) Aufzeichnungen sind ja nun wirklich deppert.
    Etwas mehr Objektivität und etwas weniger Stammtischgeschwätz wären nicht schlecht.

    im Übrigen: wenn in Deutschland nur jedes fünfte Auto mit mehr als 6 Minuten Verspätung sein Ziel erreichen würde, dann käme das einem biblischen Wunder gleich. bei mehrern hundert Kilometern Strecke muss man inzwischen locker mit +/- 2h planen.

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