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Deutsche Bahn: Kostspieliger Bieterkampf um Arriva

von Yvonne Esterházy

Eine Übernahme des britischen Konkurrenten könnte für den deutschen Konzern teuer werden.

Arriva-Bus in Tamworth Quelle: dpa
Arriva-Bus in Tamworth (Großbritannien) Quelle: dpa

Noch bevor die Deutsche Bahn ein offizielles Übernahmeangebot für den britischen Transportkonzern Arriva vorgelegt hat, rechnen Börsianer in der Londoner City schon mit einer Übernahmeschlacht. Hatte Arriva doch erst kürzlich mit dem französischen Konkurrenten Keolis gesprochen – einer Tochter des Staatsbahn SNCF. Dieser Deal scheiterte zwar. Aber derzeit gelten auch ComfortDelGro aus Singapur und der US-Finanzinvestor KKR als Interessenten. Die Bahn will angeblich 1,6 Milliarden Euro bieten. Damit aber sei Arriva unterbewertet, heißt es in Aktionärskreisen von Arriva. Es müssten mindestens 1,8 Milliarden Euro sein.

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Der Konzern ist derzeit im Streubesitz. Größte Aktionäre sind institutionelle Anleger wie Pensionskassen, die jeweils zwischen vier und sechs Prozent halten. Sie werden einem Verkauf nur zustimmen, wenn der Preis stimmt. Angeblich ist die Deutsche Bahn bereit, bis zu zwei Milliarden Euro zu zahlen. Damit aber würde ihr Chef Rüdiger Grube vom Plan abrücken, die mehr als 15 Milliarden Euro Konzernschulden zu reduzieren. Beobachter bezweifeln deshalb, dass er einen solch großen Kauf politisch durchsetzen kann. Eine „Erhöhung der Verschuldung“ sei in der jetzigen Lage „nicht vorstellbar“, heißt es in Aufsichtsratskreisen des Staatskonzerns.

Strategisch sinnvoll

Dabei wäre der Deal strategisch durchaus sinnvoll, da Arriva außerhalb der Heimat in zwölf weiteren europäischen Staaten aktiv ist. Auch wüchse die Deutsche Bahn im Busgeschäft, das 40 Prozent des Arriva-Umsatzes ausmacht, selbst wenn die Briten von Kartellwächtern verdonnert werden, ihre deutschen Buslinien und Regionalzüge abzugeben.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.03.2010, 15:56 UhrAnonymer Benutzer: Allez SNCF

    Revanche:

    Wer im inland Marktanteile verliert, muss im Ausland dafür einen Ausgleich schaffen. Was ist daran so neu oder so weltbewegend ?
    So handelt doch jedes Unternehmen. Warum also sollte die Db AG darauf verzichten ?
    Dass mit dem Kauf die eigene Verschuldung steigt, ist zwar richtig, aber unvermeidlich. besser man kauft im Ausland bestehende und intakte Unternehmenseinheiten ein, als dort selbst eine eigene Maktposition aufzubauen.
    Manche Chance hat man nur kurze Zeit, dann freut sich die Konkurrenz. Der bahn-AR ist aufgefordert, über den eigenen Schatten zu springen.

  • 22.03.2010, 15:56 UhrAnonymer Benutzer: Allez SNCF

    Revanche:

    Wer im inland Marktanteile verliert, muss im Ausland dafür einen Ausgleich schaffen. Was ist daran so neu oder so weltbewegend ?
    So handelt doch jedes Unternehmen. Warum also sollte die Db AG darauf verzichten ?
    Dass mit dem Kauf die eigene Verschuldung steigt, ist zwar richtig, aber unvermeidlich. besser man kauft im Ausland bestehende und intakte Unternehmenseinheiten ein, als dort selbst eine eigene Maktposition aufzubauen.
    Manche Chance hat man nur kurze Zeit, dann freut sich die Konkurrenz. Der bahn-AR ist aufgefordert, über den eigenen Schatten zu springen.

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