_

Deutsche Bahn: Krise schlägt auf Umsatz und Gewinne bei der Bahn durch

Der Staatskonzern rechnet mit dramatischen Umsatz- und Gewinneinbußen. Eine Privatisierung ist frühestens 2014 möglich.

Was Bahn-Chef Rüdiger Grube unlängst über die Zukunft des Konzerns sagte, klang dramatisch: „Ich kann nicht 100 Tage warten, wenn ich sehe, wie die Hütte brennt.“ Wie groß die Not ist, steht in der geheimen Mittelfristplanung der Bahn. Der Aufsichtsrat hatte das Konvolut mit fünfmonatiger Verspätung am 13. Mai verabschiedet, nachdem die Wirtschaftskrise die Vorlage von Grubes Vorgänger Hartmut Mehdorn vom Dezember 2008 obsolet gemacht hatte.

Anzeige

Nach der neuen Planung, die der WirtschaftsWoche vorliegt, erhöhen sich die Belastungen der Bahn von 2009 bis 2013 gegenüber den bisherigen Annahmen um insgesamt rund 10,4 Milliarden Euro – bedingt durch die schlechte Konjunktur, neue Tarifabschlüsse sowie veränderte Energiepreise und Wechselkurse. Zwar habe das Management Einsparungen „in Höhe von rund 900 Millionen Euro“ pro Jahr „identifiziert“, heißt es in der Unterlage. Trotzdem rechnet Grube jetzt mit langfristig deutlich niedrigeren Gewinnen. So stürzt das Betriebsergebnis (nach Abzug der Zinsen) von 1,7 Milliarden Euro 2008 auf rund eine Milliarde Euro in diesem Jahr und erreicht bis einschließlich 2012 nicht mehr das Vorjahresniveau. Ursache ist vor allem der massive Rückgang der Nachfrage im Schienengüterverkehr sowie im Speditions-und Logistikgeschäft.

Grubes Mittelfristplanung hat weitreichende Folgen. Denn ein niedriger Gewinn bedeutet auch eine geringere Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Die Kennzahl interessiert vor allem private Investoren. Damit ist ein Börsengang frühestens 2014 möglich. Denn nach einer Kapitalverzinsung von 8,9 Prozent 2008, heißt es in der neuen Mittelfristplanung, gehe die Bahn nun von „einem deutlichen Rückgang“ im Jahr 2009 „auf 6,2 Prozent“ aus. Der werde zwar „sukzessive“ von 2010 bis 2013 „wieder gutgemacht“ – „die Zielmarke von zehn Prozent kann jedoch in diesem Zeitraum nicht erreicht werden“.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.07.2009, 19:28 UhrAnonymer Benutzer: Kopfschlächter

    Nachdem es kaum noch ehemalige beamte gibt, die man wegmobben könnte, und die übrig gebliebenen unverzichtbar sind für einen noch halbwegs geordneten betrieb, sollte die bahnspitze vielleicht einmal auf das kaum noch überschaubare Heer der Controller und sonstiger überflüssiger Schaumschläger werfen. Dort gibt es noch erhebliches Rationalisierungspotential. Und ob man so viele teure Hierarchieebenen braucht, sei ebenfalls dahingestellt. Wohlan, Hr. Grube, forsten Sie durch, aber tun Sie es mit eigenen Kräften - die Mcbergers dieser Welt sind dafür unnötig.

  • 06.07.2009, 03:56 UhrAnonymer Benutzer: laotse

    ..was für eine Privatisierung denn ? ...hat der bundestag nicht die neue Kursgewinnsteuer ab 2009 eingeführt ?...wer will denn jetzt noch Aktionär werden ?? oder wird das bis 2014 wieder außer Kraft gesetzt sein mit der neuen Kursgewinnsteuer + Kirchensteuerextra, der Dividendensteuerverdoppelung, dem ZusatzSoli und der Körperschaftssteuer, die die Aktionäre heute zusätzlich zur Einkommenssteuer zahlen sollen ???

    Tja wenn nicht, wird wohl nicht viel Melkvieh zur bahnprivatisierung kommen oder überhaupt in D bleiben. Hohe Kapitalsteuersätze - kleine Einnahmen - Arbeitsplätze unfinanziert, altes Spiel, aber manche begreifen eben nicht.

  • 05.07.2009, 23:44 UhrAnonymer Benutzer: Diabolo

    2014?? Da hat wieder einmal die Kristallkugel einen Sprung.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.