Deutsche Bahn: Mehdorn verbesserte Bilanzergebnis nur auf den ersten Blick

Deutsche Bahn: Mehdorn verbesserte Bilanzergebnis nur auf den ersten Blick

Hartmut Mehdorn hat die Deutsche Bahn zu einem modernen Unternehmen umgeaut. Für diese Management-Leistung wird er in die Geschichtsbücher eingehen. Doch die jüngst präsentierte Jahresbilanz wurde gezielt aufpoliert.

Keine Frage: Hätte Hartmut Mehdorn die Deutsche Bahn nicht an die Börse führen wollen und den Konzern somit seit Jahren auf Wirtschaftlichkeit getrimmt, die ehemalige Bundesbehörde würde vermutlich noch immer im Tiefenschlaf schlummern - und Milliarden verschwenden. Der Turnaround gehört zu Mehdorns größten Leistungen als Manager. Damit wird er in die Geschichtsbücher eingehen. Dafür gebührt ihm Respekt und Dank.

So schlecht, wie notorische Bahn-Querulanten und nörgelnde Kunden meinen, ist auch das Produkt der Deutschen Bahn ganz sicher nicht. Bahnfahren in Deutschland hat in vielerlei Hinsicht an Qualität zugenommen - es macht zum Teil auch Spaß.

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Die Bilanz, die Mehdorn am vergangenen Montag ein letztes Mal präsentieren durfte, weist unterm Strich auch eine dicke schwarze Zahl aus. Der Umsatz des DB-Konzerns stieg im vergangenen Jahr um knapp sieben Prozent auf 33,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich auf 2,5 Miliarden Euro. Die Netto-Verschuldung des Bahn-Konzerns konnte um 3,5 Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro zurückgeführt werden. So steht es ganz offiziell in der Pressemitteilung der Bahn.

Bilanz: Zweifel auf den zweiten Blick

Auf den ersten Blick ist es also eine gute Bilanz. Auf dem zweiten Blick zeigt sich, dass die Ergebnisse gezielt für Mehdorn aufpoliert wurden. Wenn man sich mit den veröffentlichten Bilanzzahlen näher beschäftigt, stellen sich Fragen, ja zum Teil kommen sogar Zweifel.

1. Die Presseinformation, die die Deutsche Bahn herausgegeben hat und auf der die wichtigsten Zahlen stehen (sollten), ist unvollständig. Das Jahresergebnis, also der Gewinn, der unterm Strich zur Verfügung steht, ist nicht zu finden. Im dicken Geschäftsbericht wird man fündig. Das Jahresergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 400 Millionen Euro auf 1,3 Millarden Euro gesunken. Natürlich hätte diese Zahl Mehdorns Leistung zum Schluss noch einmal geschmälert.

2. Erstmalig weist die Deutsche Bahn als operatives Ergebnis das bereinigte Ebit aus - in den Vorjahren waren es die normalen Ebit-Zahlen. In die Bereinigung wurden Einmaleffekte herausgerechnet wie Verkäufe von kleineren Unternehmensbeteiligungen. Die Folge: Auch hier durfte Mehdorn noch einmal glänzen: Das bereinigte Ebit stieg um mehr als 100 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro. Hätte man die früheren Ebit-Zahlen als Grundlage genommen, wäre das Ebit um rund 300 Millionen Euro auf etwa 2,6 Milliarden Euro gesunken.

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