Deutsche Bahn: Mehdorns allerletztes Gefecht - Bahnchef tritt zurück

Deutsche Bahn: Mehdorns allerletztes Gefecht - Bahnchef tritt zurück

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Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am vergangenen Freitag: Noch heute soll Mehdorn zurücktreten, melden Online-Medien und Agenturen

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat heute seinen Rücktritt angeboten. Zuvor hatte Mehdorn von einem "eisigen Wind" für die Bahn gesprochen. Der Datenskandal kostete Mehdorn seinen Posten - wiwo.de nennt die Namen möglicher Nachfolger.

Für Bahnchef Hartmut Mehdorn muss es eine bizarre Situation gewesen: Seit dem späten Vormittag präsentiert Mehdorn die Bilanzzahlen der Deutschen Bahn - und die fielen für 2008 gar nicht so schlecht aus. Doch am Ende der Pressekonferenz fielen jene Worte, mit denen Beobachter schon seit Stunden gerechnet hatten: Mehdorn räumte mit wenigen Sätzen seinen Posten. 

"Ich habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden die Auflösung meines Arbeitsvertrages angeboten“, sagte Mehdorn heute auf der Bilanzpressekonferenz. Er übernehme als Vorstandschef die Verantwortung für die Daten-Affäre, „es handelt sich hier nicht um einen Daten-Skandal“. Es sei eine Kampagne gegen das Unternehmen. Niemand von der Bahn habe etwas Rechtswidriges getan. „Das alles wird letztlich die Untersuchung der Sondermittler auch bestätigen.“

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Mehdorns Rücktrittsangebot wird Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller vermutlich annehmen. In den letzten Tagen ist Mehdorn wegen neuer Enthüllungen in der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn unter massiven Druck geraten. So soll die Bahn auch in den E-Mailverkehr der Gewerkschaft GdL eingegriffen haben.

Mehdorns Rücktritt hatte sich bereits abgezeichnet

Mehdorns Rücktritt hatte sich bereits heute in Raten angekündigt. Zwar sagte Mehdorn am Anfang der Pressekonferenz zunächst nichts zu seiner persönlichen Zukunft.  Doch die für 11.30 Uhr anberaumte Bundes- Pressekonferenz mit Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wurde  verschoben. Wie es hieß, wollte Wilhelm die zur selben Stunde andauernde Bilanz-Presse-Konferenz der Deutschen Bahn AG mit Konzern-Chef Mehdorn abwarten.

Eines hat Mehdorn aber heute gleich zu Anfang klargemacht: Er stellt die Bahn in diesem Jahr auf harte Zeiten ein. „Uns bläst in diesen Tagen ein eisiger Wind ins Gesicht, von dem wir nicht wissen, ob er sich nicht zu einem Orkan auswächst“, erklärte Mehdorn heute.

Werner Müller und Nikolaus Breuel haben gute Karten

Leicht haben wird es Mehdorns Nachfolger also nicht. wiwo.de nennt sechs mögliche Kandidaten:

Bahn-Aufsichtratschef Werner Müller werden auch Ambitionen auf Chefsessel nachgesagt. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister gilt als eitel und machtbewusst. Er würde sich bestimmt geehrt fühlen - auch wenn einst ankündigte, nichts Operatives mehr machen zu wollen. Müller gilt zwar als SPD- bzw. Schröder-Mann, doch er wäre laut Regierungskreisen auch von der CDU zu ertragen. Deshalb könnte Müller ohne großen Wirbel auch gegen die SPD durchgesetzt werden. Denkbar wäre, dass Müller als Interimslösung installiert wird.als heißer Kandidat gilt Nikolaus Breuel, der Sohn der ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidentin Birgit Breuel. Breuel steht der CDU nahe und wäre ein möglicher Übergangskandidat. Er könnte auch länger an Bord bleiben, wenn der Bahn-Börsengang wegen der Krise an den Kapitalmärkten in weitere Ferne rückt und die Bahn nch einem möglichen Regierungswechsel ohnenhin in politisch ruhigere Fahrwasser kommen muss.Der ehemalige Chef des Energiekonzerns EnBW, Utz Claasen, hätte das Kaliber zum Mehdorn-Nachfolger. Zudem brächte er das dafür notwendige strategische und politische Talent mit. Als Schröder-Mann ist Claasen jedoch kaum gegen die CDU durchsetzbar.Eine gute Figur im Bahn-Chefsessel würde auch der scheidende Fraport-Chef Wilhelm Bender machen. Er kommt aber allenfalls als Übergangskandidat bis nach der Bundestagswahl in Frage: Bender wird im August 65 Jahre alt und ist für den Chefposten etwas zu alt. Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass er in Mehdorns Fußstapfen tritt.Denkbar wäre auch Norbert Bensel, derzeit Logistik-Vorstand der Deutschen Bahn. Bensel ist ein ruhiger, ausgeglichener Stratege und gilt als SPD-nah. Doch er bringt ein großes Manko mit: Bensel gilt als absoluter Mehdorn-Mann, was ihm die Nachfolge schwer machen dürfte.Außenseiter-Chancen hat Andreas Meyer, Chef der Schweizer Staatsbahn. Er war zuvor Chef des Stadtverkehrs bei der Deutschen Bahn. Meyer kennt die Deutsche Bahn und leitet die wohl angesehenste Bahn-Gesellschaft Europas. Zudem weiß Meyer, wie man mit Politikern umgeht.

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