Deutsche Bahn: Showdown im Bahntower

Deutsche Bahn: Showdown im Bahntower

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Bahn-Chef Rüdiger Grube

Entscheidungen bei der Bahn: Die Datenaffäre der Bahn steht heute im Mittelpunkt einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats, bei der externe Aufklärer ihre Berichte vorlegen.

Im Anschluss wird eine Reaktion des neuen Bahnchefs Rüdiger Grube erwartet. Er hat mehrfach erklärt, er wolle schnell und bedingungslos Konsequenzen aus der Affäre ziehen. Erwartet werden nicht nur strukturelle, sondern auch personelle Entscheidungen. Grube hat darüber hinaus versprochen, dem Verkehrsausschuss des Bundestages Rede und Antwort zu stehen.

Die Bahn hatte in den vergangenen zehn Jahren mehrfach heimlich die Daten fast aller Mitarbeiter mit denen von Kunden und Lieferanten abgeglichen, um möglichen Korruptionsdelikten auf die Spur zu kommen. Weder Betroffene noch Arbeitnehmervertreter waren davon informiert worden.

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Prominentestes Opfer der Affäre wurde Hartmut Mehdorn, der Ende März unter politischem Druck seinen Rücktritt anbot. Er hat bis zuletzt angegeben, von den Überprüfungen nichts gewusst zu haben, sie aber trotzdem mit dem Erfordernis der Korruptionsbekämpfung gerechtfertigt.

Revisionsabteilung im Visier

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn Quelle: AP

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn

Bild: AP

Schon kurz nach Bekanntwerden der Affäre war überdies der Leiter der Konzernrevision, Josef Bähr, beurlaubt worden. Die Aktivitäten seiner Abteilung, die direkt an Mehdorn berichtet, waren bereits in in einem bahninternen Zwischenbericht kritisiert worden. Die Revision hatte die Datenscreenings organisiert, teils unter Zuhilfenahme externer Detekteien.

Im Zusammenhang mit der Affäre wurden auch die bisherige Personalchefin Margret Suckale und ihr Vorgänger Norbert Bensel genannt, die von den Aktionen gewusst haben sollen. Suckale ist inzwischen zu BASF gewechselt; der heutige Logistik-Vorstand Bensel bestreitet, von den Vorgängen gewusst zu haben.

Mit der Aufklärung beschäftigt sich der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix, der zu Jahresanfang das Ausmaß des Datenmissbrauchs aufgedeckt hatte. Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und die früheren Bundesminister und heutigen Rechtsanwälte Herta Däubler-Gmelin und Gerhart Baum mit Untersuchungen beauftragt, und die Bahn selbst hatte sich an die Berliner Staatsanwaltschaft gewandt.

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