Deutsche Bahn: SNCF-Chef Pépy wirft Bahn-Chef Mehdorn "Doppelzüngigkeit" vor

Deutsche Bahn: SNCF-Chef Pépy wirft Bahn-Chef Mehdorn "Doppelzüngigkeit" vor

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Bahnreisende am Gare du Nord, Paris. SNCF-Chef Guillaume Pépy wirft Bahn-Chef Hartmut Mehdorn "Doppelzüngigkeit" vor.

Der Streit zwischen dem Chef der französischen Staatsbahn SNCF, Guillaume Pépy, und Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn erreicht einen neuen Höhepunkt. Im Interview mit der WirtschaftsWoche wirft Pépy Mehdorn im Zusammenhang mit dem französisch-britischen Hochgeschwindigkeitszug Eurostar "Doppelzüngigkeit" vor.

Anlass sind Veröffentlichungen in der Presse, wonach die Deutsche Bahn den britischen Anteil am Eurostar-Konsortium übernehmen wolle.

Obwohl er am gleichen Tag in Köln mit Mehdorn über den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Europa diskutiert habe, so Pépy, habe er von diesen Plänen nur aus der Zeitung erfahren. Pépy: „Ich glaube, dass unsere Beziehungen Besseres verdienen als Äußerungen unser deutschen Freunde, die doppelzüngig wirken.“

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Pépy wies zugleich Mehdorns Beschwerden zurück, ausländische Wettbewerber würden in Frankreich vom dortigen Schienenverkehr ferngehalten. „Es sind französische Gesetze, die das französische Eisenbahnsystem regeln, und die SNCF macht diese Gesetze nicht.“

Allerdings werde sich die SNCF an Ausschreibungen im Schienenregional- und im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland beteiligen: „Wir machen da mit, wo die Märkte per Gesetz offen sind wie in Italien, Großbritannien und Deutschland. Niemand kann uns daran hindern, hier Angebote vorzulegen. Wir werden uns an weiteren Ausschreibungen im Personenschienenregionalverkehr beteiligen. Das Gleiche gilt für den Öffentlichen Personennahverkehr, wo unser Know-how vor allem bei fahrerlosen U- und Straßenbahnen liegt.“

Im Hochgeschwindigkeitsverkehr will Pépy mit Ausnahme von Italien, wo die SNC mit einem privaten Konsortium gegen die dortige Staatsbahn FS antritt, mit den traditionellen Eisenbahngesellschaften kooperieren statt zu konkurrieren.

Pépy drängt Mehdorn, sich über sein weiteres Vorgehen im französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr zu entscheiden. „Wir haben eine Zusammenarbeit auf der neuen Rhein-Rhone-Strecke angeboten, die Deutschland von 2011 an mit Lyon und dem Mittelmeer verbinden wird. Wir warten immer noch auf Antwort.“

Wohl aber habe die Deutsche Bahn 15 ICE-Zugpaare für den grenzüberschreitenden Einsatz auf dieser Strecke bestellt. „Werden wir nun kooperieren oder konkurrieren?“ fragt Pépy. Und fordert: „Unsere Kollegen müssen sich schnell entscheiden, denn in drei Jahren soll es los gehen.“

"Etwas beunruhigt" äußerte sich Pépy schließlich über die Probleme mit den Achsen des ICE.

Mit Blick auf milliardenschwere Ausschreibungen der SNC im Hochgeschwindigkeitsverkehr im kommenden Jahr sagte Pépy: „Der Beste möge gewinnen. Ich muss allerdings den Verkehr zwischen Paris und Frankfurt im Auge behalten. Wir hatten dort 2008 viele Schwierigkeiten mit den eingesetzten ICEs. Es gab viele Ausfälle.“

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