Deutsche Bahn: Überraschen Sie uns, Herr Grube!

KommentarDeutsche Bahn: Überraschen Sie uns, Herr Grube!

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Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube

Rüdiger Grube macht einen Fehler. Er präsentiert sich einseitig als Ausgabenoptimierer. Kosten senken, das kann er: So verhandelte er den Kaufpreis für die polnische Güterbahn PCC nach – mit Erfolg. Er drückte die Ausgaben in den Logistikbereichen DB Schenker Rail und Logistics – die Krise machte es nötig. Er hält sich alle Türen offen, um beim Milliardenprojekt Stuttgart 21 günstiger wegzukommen – ein Komplettausstieg nicht ausgeschlossen. Und auch die Netto-Verschuldung sinkt um 600 Millionen Euro – Kompliment.

Doch bei aller Erbsenzählerei übersieht Grube den Kunden. Das enttäuscht umso mehr, als er seine Fahrgäste in den Zügen und die Bahnunternehmen auf dem Schienennetz eigentlich zum Fokus seines Handelns erklärt hat. Das Wort Service wollte er zukünftig großschreiben. Allein: Noch merkt man davon nichts.

Möglichkeiten gibt es dabei zuhauf. Der Bahnchef könnte die Preise für den Fernverkehr senken. Die Intercity- und ICE-Züge flitzen im Durchschnitt halb leer über die Schiene. Die Wirtschaftskrise ist die Möglichkeit, mit attraktiven Preisen und Angeboten neue Kunden zu gewinnen. Denn wann, wenn nicht heute, überlegen selbst hartnäckigste Autofahrer und Bahnverweigerer, wie sie billiger reisen können. Die Zeit wäre doch günstig, diese Schnupperfahrer von den viel gepriesenen Vorteilen des Bahnfahrens zu überzeugen: arbeiten unterwegs, entspannt ankommen und dabei die Umwelt schonen.

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Preissenkungen oder Billigangebote? Keine konkreten Ansätze

Doch statt Neukunden zu umgarnen, flüchtet sich der Bahnchef in abstrakte Ausreden. Preissenkungen oder Billigangebote für Bahnfahrer? Antwort Grube: Das sei ein „komplexes Thema“, er wolle keine Versprechungen machen. Schade. Mobiler Internetzugang in den Zügen kostenlos? Das läge als Vorteil gegenüber dem Flugzeug auf der Hand, aber offenbar nicht für Grube. „Wir arbeiten täglich daran, den Bahnkomfort zu erhöhen“, so seine ausweichende Antwort. Verbesserter Service in der ersten Klasse? Konkrete Ansätze verrät er nicht.

Das Gleiche gilt für das Schienennetz. Jetzt wäre die Chance, die Trassenpreise zu senken oder zumindest die Steigerung auszusetzen. So würden Wettbewerber mehr Züge auf die Schiene setzen, was möglicherweise auch der Bahn selbst zugute kommt: Mehr Verkehr bedeutet höheren Umsatz. Doch Grube hält an der Erhöhung der Trassenentgelte für 2010 in Höhe von 2,3 Prozent fest.

Grube vertut die Chance, in der Krise aus Mehdorns Schatten heraus zu treten und endlich eine eigene Handschrift erkennen zu lassen. Er macht zwar eine gute Figur als Kostensenker und Nachverhandler, aber eine schlechte als Vertriebsmensch und Verkäufer. Die vielen Tausend Fahrgäste, die sich vom neuen Chef Neues erwartet haben, müssen weiter warten, um zum Zuge zu kommen. Das ist langweilig. Überraschen Sie Ihre Kunden doch mal, Herr Grube!

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