Die Nachteile

1. Verschuldung steigt: Die Deutsche Bahn verlässt durch den Kauf von Arriva ihren unter Grube eingeschlagenen Kurs der Konsolidierung. Der Bahnchef reduzierte zwar die Gesamtverschuldung des Konzerns im vergangenen Jahr auf rund 15 Milliarden Euro - knapp eine Milliarde Euro weniger als ein Jahr zuvor. Doch durch den Kauf würde sich der Schuldenstand der Deutschen Bahn gleich auf fast 18 Milliarden Euro erhöhen. Zur Erinnerung: Mitte der Neunzigerjahre wurde die Deutsche Bahn im Rahmen der Bahn-Reform von allen Schulden befreit. 2. Keine Synergien: Wer Synergien sucht, wird sie kaum finden. Der Nahverkehr vor allem auf der Schiene profitiert kaum davon, dass im Nachbarland Züge des gleichen Unternehmens fahren. In der Regel müssen sich die einzelnen Bahnstrecken selbst rechnen, da sie in der Regel separat durch die öffentliche Hand vergeben werden. Bleiben noch Synergien im Sinne einer Einkaufsmacht bei Bestellungen von Lokomotiven und Zügen. Doch für die Deutsche Bahn ist hier nichts mehr rauszuholen. Die Bestellungen für Fahrzeuge aller Art dürften ausreichen, um ohnehin die besten Konditionen bei den Herstellern heraus zu schlagen. Als hundertprozentiges Staatsunternehmen hat die Bahn längst optimale Finanzierungskonditionen. Ein kleiner Vorteil ergibt sich nun für Arriva durch verbesserte Möglichkeiten der Refinanzierung, doch diese Vorteile sind vergleichsweise unbedeutend. 3. Hohe Risiken: In Großbritannien bieten die Unternehmen für so genannte Franchise, das heißt Konzessionen für den Betrieb von Nahverkehrsstrecken. Bei den Auktionen haben sich schon einige Bahnbetriber blutige Nasen geholt. Arriva-Konkurrent National Express hat eine Strecke an der Ostküste wegen Finanzprobleme an die britische Regierung abgegeben, weil sie die Lizenz für die Bahnstrecke in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro zu teuer bezahlt hat. Anders als in Deutschland, wo der Nahverkehr subventioniert wird, müssen die Unternehmen in Großbritannien die Lizenzkosten später einfahren. Die Risiken sind ungleich höher.
4. Weniger Wettbewerb: In Europa gilt Deutschland bereits als vergleichsweise gut entwickelter Wettbewerbsmarkt. Der Marktanteil der Konkurrenten der Deutschen Bahn liegt bereits bei zwölf Prozent. Durch den Kauf von Arriva würde die Deutsche Bahn auch die deutschen Tochtergesellschaften wie Metronom und ODEG erwerben. Zwar müsste der Konzern die Beteiligungen aus kartellrechtlichen Gründen wieder verkaufen. Als potenzielle Kaufkandidaten kommen nur die bereits bestehenden Wettbewerber in Frage. Die erhöhen dadurch ihren Marktanteil. Grundsätzlich verschwindet aber ein weiterer Marktteilnehmer. Der Markt wird dadurch als oligopolistischer Markt gefestigt. Die Deutsche Bahn wird dadurch profitieren, denn auf der Schiene findet weniger Wettbewerb statt. Das mag gut sein für den Konzern, doch für den Steuerzahler und den Bahnkunden ist es das nicht.














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Alle Kommentare lesen23.04.2010, 15:10 UhrAnonymer Benutzer: Marktschreier
Larifari
Wettbewerb auf der Schiene - dass ich nicht lache.
Was haben denn die ca. 300 Konkurrenten der Db AG bisher erreicht ? Haben Sie den Modal-Split zu Gunsten der Schiene verändert ?
Nein, sie haben lediglich Verkehre, die ohnehin schon auf der Schiene lagen, für billigeres Geld an sich gezogen.
Und auf der Gummibahn - sprich im busgeschäft - sind es einzig die Fahrer, auf deren Rücken der Wettbewerb ausgetragen wird.
Wo sollen denn die Verkehrsgesellschaften sonst sparen ?
Die konkurrierenden Verkehrsträger können über soviel (politischen) Unfug nur lachen.
23.04.2010, 14:44 UhrAnonymer Benutzer: Dummschwätzer
^^^^^^ SVEN ^^^^^
Wer solche Dinge in die Welt setzt, sollte sich eigentlich vorher mal informieren.
Vielleicht liefern Sie doch mal Zahlenwerte nach, damit man weiß, wieviele der von ihnen gescholtenen bEAMTEN (die sind ja sowieso an allem schuld !) noch in dem Unternehmen arbeiten.
Nicht nur Sie werden sich wundern......
Das Dilemma bei der bahn ist, dass zuviele nicht gelernte Eisenbahner dort tätig sind, egal ob im Angestellten- oder beamtenverhältnis.
Es wird langsam Zeit, mal die eigenen Vorurteile zu überdenken - auch wenn es weh tut !
23.04.2010, 11:10 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
Daimler/Chrysler, next stage.