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Deutsche Bahn: Vor- und Nachteile des Arriva-Kaufs

von Christian Schlesiger

Der Kauf des britischen Bus- und Bahnbetreibers Arriva durch die Deutsche Bahn dürfte den europäischen Nahverkehrsmarkt verändern. Was sind die Vorteile, wo liegen die Nachteile?

Vier Pros und Contras

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Ein Arriva-Bus in London Quelle: AP
Ein Arriva-Bus in London Quelle: AP

1. Wachstum sichern: DB sichert sich langfristiges Wachstum. Im Nahverkehrsmarkt in Deutschland geht es für die Deutsche Bahn vor allem darum, ihre bisherige Monopolstellung weitestgehend zu verteidigen. Das kann sie auf Dauer nicht durchhalten. Ihr Marktanteil sank in den vergangenen Jahren auf 88 Prozent. Für die Zukunft geht das Management davon aus, dass DB Regio pro Jahr rund 70 Prozent der ausgeschriebenen Nahverkehrsstrecken gewinnen wird. Doch damit ist klar, dass der Konzern im Schienenpersonennahverkehr in Deutschland langfristig kein echtes Wachstum erzielen kann. Die Auslandsbeteiligungen von Arriva würden ihr neue Märkte öffnenund zudem ihr Kerngeschäft ergänzen. 2. Zeit gewinnen: Wachsen könnte die Deutsche Bahn zwar auch, indem sie sich an den jährlichen Ausschreibungen für Stadt- und Regionalbahnstrecken im Ausland bewirbt. Doch so ein Prozess ist mühsam. Die Nahverkehrsverträge laufen in der Regel über viele Jahre, teilweise länger als ein Jahrzehnt. Um ohne Zukäufe nennenswerte Marktanteile zu gewinnen, verstreichen daher oft viele Jahre. Auch Arriva hat Konkurrenten gekauft und ist auf diese Weise gewachsen. Die Deutsche Bahn kann über den Arriva-Deal den Ausbau ihres internationalen Geschäfts im Personennahverkehr um einige Jahre beschleunigen. Zudem ist Arriva das derzeit einzige große Nahverlehrsunternehmen, das zum Verkauf steht. Hinter allen anderen Wettbewerbern stehen Mehrheitsgesellschafter, die einen Verkauf blockieren.

3. Know-how einkaufen: Allen Anschein nach wird Arriva-Chef David Martin die Geschicke von Arriva auch nach dem Verkauf an die Deutsche Bahn weiter führen oder zumindest begleiten. Noch ist unklar, ob er dies als Vorstandschef tut oder sich vorübergehend in die zweite Reihe unterordnet. Das tat er schon einmal: 1996 verkaufte er die British Bus Group an Arriva, wurde dort erst einfacher Manager, zehn Jahre später dann Vorstandschef von Arriva. Der 57-Jährige gilt als gewiefter Kenner des europäischen Bus- und Bahnmarktes, der noch etliche lukrative Ziele im Fokus hat. Für die weitere Expansion der Deutschen Bahn im Personenverkehr wäre so "ein Trüffelschwein" wie Martin, der "nach Bus- und Bahngesellschaften in Regionen gesucht hat, von denen die meisten Briten nie zuvor gehört hätten", eine wahre Verstärkung. 4. Langfristiges Geschäft sichern: Arriva gilt als profitables Unternehmen. Der operative Gewinn lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet rund 182 Millionen Euro. Vor allem beruht das Geschäftsmodell auf langfristigen Verträgen, da Arriva als Betreiber der lokalen Bus- und Bahnverkehre meist für mehrere Jahre beauftragt wird. Die langristigen Einnahmen gelten damit für die Deutsche Bahn als sicher.

Mehr über die Nachteile der Arriva-Übernahme erfahren Sie auf der nächsten Seite.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.04.2010, 15:10 UhrAnonymer Benutzer: Marktschreier

    Larifari

    Wettbewerb auf der Schiene - dass ich nicht lache.

    Was haben denn die ca. 300 Konkurrenten der Db AG bisher erreicht ? Haben Sie den Modal-Split zu Gunsten der Schiene verändert ?

    Nein, sie haben lediglich Verkehre, die ohnehin schon auf der Schiene lagen, für billigeres Geld an sich gezogen.

    Und auf der Gummibahn - sprich im busgeschäft - sind es einzig die Fahrer, auf deren Rücken der Wettbewerb ausgetragen wird.
    Wo sollen denn die Verkehrsgesellschaften sonst sparen ?

    Die konkurrierenden Verkehrsträger können über soviel (politischen) Unfug nur lachen.

  • 23.04.2010, 14:44 UhrAnonymer Benutzer: Dummschwätzer

    ^^^^^^ SVEN ^^^^^

    Wer solche Dinge in die Welt setzt, sollte sich eigentlich vorher mal informieren.
    Vielleicht liefern Sie doch mal Zahlenwerte nach, damit man weiß, wieviele der von ihnen gescholtenen bEAMTEN (die sind ja sowieso an allem schuld !) noch in dem Unternehmen arbeiten.
    Nicht nur Sie werden sich wundern......
    Das Dilemma bei der bahn ist, dass zuviele nicht gelernte Eisenbahner dort tätig sind, egal ob im Angestellten- oder beamtenverhältnis.
    Es wird langsam Zeit, mal die eigenen Vorurteile zu überdenken - auch wenn es weh tut !

  • 23.04.2010, 11:10 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Daimler/Chrysler, next stage.

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