Deutsche Bahn: Vor- und Nachteile des Arriva-Kaufs

Deutsche Bahn: Vor- und Nachteile des Arriva-Kaufs

Der Kauf des britischen Bus- und Bahnbetreibers Arriva durch die Deutsche Bahn dürfte den europäischen Nahverkehrsmarkt verändern. Was sind die Vorteile, wo liegen die Nachteile?

Vier Pros und Contras

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Ein Arriva-Bus in London

1. Wachstum sichern: DB sichert sich langfristiges Wachstum. Im Nahverkehrsmarkt in Deutschland geht es für die Deutsche Bahn vor allem darum, ihre bisherige Monopolstellung weitestgehend zu verteidigen. Das kann sie auf Dauer nicht durchhalten. Ihr Marktanteil sank in den vergangenen Jahren auf 88 Prozent. Für die Zukunft geht das Management davon aus, dass DB Regio pro Jahr rund 70 Prozent der ausgeschriebenen Nahverkehrsstrecken gewinnen wird. Doch damit ist klar, dass der Konzern im Schienenpersonennahverkehr in Deutschland langfristig kein echtes Wachstum erzielen kann. Die Auslandsbeteiligungen von Arriva würden ihr neue Märkte öffnenund zudem ihr Kerngeschäft ergänzen. 2. Zeit gewinnen: Wachsen könnte die Deutsche Bahn zwar auch, indem sie sich an den jährlichen Ausschreibungen für Stadt- und Regionalbahnstrecken im Ausland bewirbt. Doch so ein Prozess ist mühsam. Die Nahverkehrsverträge laufen in der Regel über viele Jahre, teilweise länger als ein Jahrzehnt. Um ohne Zukäufe nennenswerte Marktanteile zu gewinnen, verstreichen daher oft viele Jahre. Auch Arriva hat Konkurrenten gekauft und ist auf diese Weise gewachsen. Die Deutsche Bahn kann über den Arriva-Deal den Ausbau ihres internationalen Geschäfts im Personennahverkehr um einige Jahre beschleunigen. Zudem ist Arriva das derzeit einzige große Nahverlehrsunternehmen, das zum Verkauf steht. Hinter allen anderen Wettbewerbern stehen Mehrheitsgesellschafter, die einen Verkauf blockieren.

3. Know-how einkaufen: Allen Anschein nach wird Arriva-Chef David Martin die Geschicke von Arriva auch nach dem Verkauf an die Deutsche Bahn weiter führen oder zumindest begleiten. Noch ist unklar, ob er dies als Vorstandschef tut oder sich vorübergehend in die zweite Reihe unterordnet. Das tat er schon einmal: 1996 verkaufte er die British Bus Group an Arriva, wurde dort erst einfacher Manager, zehn Jahre später dann Vorstandschef von Arriva. Der 57-Jährige gilt als gewiefter Kenner des europäischen Bus- und Bahnmarktes, der noch etliche lukrative Ziele im Fokus hat. Für die weitere Expansion der Deutschen Bahn im Personenverkehr wäre so "ein Trüffelschwein" wie Martin, der "nach Bus- und Bahngesellschaften in Regionen gesucht hat, von denen die meisten Briten nie zuvor gehört hätten", eine wahre Verstärkung. 4. Langfristiges Geschäft sichern: Arriva gilt als profitables Unternehmen. Der operative Gewinn lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet rund 182 Millionen Euro. Vor allem beruht das Geschäftsmodell auf langfristigen Verträgen, da Arriva als Betreiber der lokalen Bus- und Bahnverkehre meist für mehrere Jahre beauftragt wird. Die langristigen Einnahmen gelten damit für die Deutsche Bahn als sicher.

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