Deutsche Bahn: Werner Müller bittet um Schonung von Bahn-Chef Mehdorn

Deutsche Bahn: Werner Müller bittet um Schonung von Bahn-Chef Mehdorn

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Hartmut Mehdorn, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bahn AG

Schont bitte, bitte den Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn - wenigstens noch bis zur Bundestagwahl! So muss man wohl das Flehen interpretieren, das Werner Müller in einem Brief an den Vorsitzenden des Bundestagsverkehrsausschusses, den CDU-Abgeordneten Klaus Lippold, sandte.

Müller  ist der Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn,  Ex-Bundeswirtschaftsminister und ehemaliger Chef des Ruhrgebietskonzerns Evonik. In dem Brief bittet Müller die Verkehrspolitiker des Deutschen Bundestages, Bahn-Chef Mehdorn und weitere Bahn-Manager nicht wie geplant am kommenden Mittwoch zur weiteren Befragung über die Datenskandale bei der Bahn vorzuladen.

Mehdorn sei "völlig zu Recht" dafür kritisiert worden, dass er die Öffentlichkeit bisher nur scheibchenweise informiert habe. Damit dies nicht so weitergehe, sprich: Mehdorn sich nicht endgültig um Kopf und Kragen redet, solle er doch bitteschön erst etwas später befragt werden (Den Wortlaut des Bittbriefes lesen Sie hier)  

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Müller wäre nicht der bekannte Stratege, wüsste er nicht, dass der Brief wohl nichts bringen wird. Die meisten Verkehrspolitiker im Bundestag werden es sich, wie FDP-Mann Horst Friedrich bereits erklärte,  nicht nehmen lassen, Mehdorn öffentlich weiter zu grillen und ihn zu Aussagen zu verleiten, die sich Ende März möglicherweise als falsch oder nicht haltbar herausstellen. Denn dann soll der Aufsichtsrat der Bahn über einen Bericht befinden, den die Wirschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie Ex-Innenminister Gerhart Baum (FDP) und Ex-Justizminister Herta Däubler-Gmelin (SPD) vorlegen werden. Darin werden sie über die mögliche Mitwisserschaft von Mehdorn bei der Rasterüberprüfung fast aller Bahn-Mitarbeiter urteilen.   

Müllers Brief mit dem zarten Schmelz ist nichts anderes als der Versuch, im Auftrag  der Bundesregierung zu einem  einigermaßen geordneten Ausklang der Ära Mehdorn bei der Bahn beizutragen. Intern sind sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Peer Steinbrück und Außenminister Frank-Walter Steinmeier einig, Mehdorn bis nach der Bundestagswahl zu halten und ihn dann aus dem Verkehr zu ziehen.

Allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Sofern bis dahin keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe oder sonstige größere Verfehlungen Mehdorns ans Tageslicht kommen. Ob sich Müller mit seiner Fürbitte, Bahn-Chef Mehdorn bis zum Ergebnis der KPMG-Baum-Däubler-Gmelin-Untersuchungen zu schonen, nicht einen Bärendienst erweist, wir vielleicht schon die nächste Woche bringen.

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