Deutsche Bank: Ackermann baut für Zehn-Milliarden-Ziel vor

KommentarDeutsche Bank: Ackermann baut für Zehn-Milliarden-Ziel vor

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Enttäuschte Analysten mit Quartalszahlen: Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main

von Cornelius Welp

Die Deutsche Bank verdient im vierten Quartal vor Steuern 40 Prozent weniger als von Analysten erwartet. Warum das keine schlechte Nachricht ist.

Wenn das Ergebnis eines börsennotierten Unternehmens deutlich anders ausfällt als von Analysten erwartet, muss es Zahlen vorab veröffentlichen. Bei einer negativen Abweichung bricht für gewöhnlich der Aktienkurs heftig ein. Nicht so bei der Deutschen Bank. Obwohl sie im Schlussquartal 2010 mit rund 700 Millionen Euro vor Steuern gut 500 Millionen Euro weniger verdiente als von Analysten erwartet, bleibt der Aktienkurs stabil.

Das hat Gründe. Zum einen liegen die Erträge sogar etwa höher als erwartet. Während einige Konkurrenten hier zuletzt enttäuschten, hat die Deutsche Bank, die erstmals die Postbank konsolidiert hat, sogar positiv überrascht. Der Abfall gegenüber den Schätzungen geht ausschließlich auf gestiegenen Kosten zurück. Ohne weitere Details zu nennen, gibt die Deutsche Bank hier übernahmespezifische Kosten und Integrationsmaßnahmen im Investmentbanking und bei der Privatbank Sal. Oppenheim an. Größere Investitionen stehen auch im Privatkundengeschäft an, wo gerade eine IT-Plattform für die vereinten Aktivitäten von Deutscher Bank und Postbank entsteht, die auf dem deutschen Markt Maßstäbe setzen soll.

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Die unerwartet hohen Kosten seien „beschleunigten Investitionen in die Neuausrichtung der Bank“, heißt es in der knappen Mitteilung des Instituts. Die Deutsche Bank hat demnach Belastungen, die sie auch 2011 hätte verbuchen können, vorgezogen. Mit gutem Grund: Vorstandschef Josef Ackermann hat für dieses Jahr einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro angekündigt. Und wer - wie auch Uneingeweihte gerade einem bemerkenswert ranschmeißerischen Magazinbericht entnehmen konnten - von seinen Mitarbeitern erwartet, dass sie „liefern“, muss dies schließlich auch selbst tun. In der Deutschen Bank wird derzeit mit Hochdruck am hohen Ziel gearbeitet. Um dem Chef den Abschied zu versüßen, der sein Amt dann vorzeitig übergeben könnte – an wen? Bei aller Lieferbereitschaft wird Ackermann eine Antwort auf diese Frage wohl auch bei der Vorstellung der Details des Jahresergebnisses an diesem Donnerstag schuldig bleiben.

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