Deutsche Bank: Ackermann im Aufsichtsrat: Verdi fürchtet Schaden für Belegschaft

Deutsche Bank: Ackermann im Aufsichtsrat: Verdi fürchtet Schaden für Belegschaft

Der geplante Wechsel des Deutsche Bank-Vorstandschefs Josef Ackermann an die Spitze des Aufsichtsrats schadet nach Ansicht der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi der Belegschaft.

"Die Diskussionen über Ackermanns direkten Wechsel an die Aufsichtsratsspitze werden der Bank noch viele negative Schlagzeilen bescheren - zum Schaden der Belegschaft", sagte Uwe Foullong, der im Verdi-Bundesvorstand für Banken zuständig ist.. "Anders als in den Medien dargestellt, war es nicht die Mehrzahl der Arbeitnehmervertreter, die Ackermann als Aufsichtsratschef für die Deutsche Bank ins Spiel gebracht hat", so Foullong. Stattdessen hat die Arbeitnehmerseite laut Foullong das Vorgehen der Anteilseigner kritisiert, denn die Deutsche Bank verpasse damit eine Chance, ein Vorbild für gute Unternehmensführung abzugeben.

Manuel Theisen, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität München und Herausgeber der Zeitschrift "Der Aufsichtsrat" fürchtet sogar einen Flächenbrand: "Die Deutsche Bank weiß ganz genau, welche Signalwirkung ihr Verhalten in puncto Corporate Governance hat", kritisiert Theisen. Dass Ackermann die Ausnahmeklausel für sich nutzt - die Karenzzeit gilt nicht, wenn die Wahl des Aufsichtsrats auf der Hauptversammlung auf Vorschlag von Aktionären erfolgt, die mehr als 25 Prozent der Stimmrechte halten - erzürnt Theissen: "Dass die Deutsche Bank diese Ausnahme nun einfach zur Regel erklärt, bedeutet nichts anderes, als dass Ackermann das Gesetz verbiegt und missbraucht. Es scheint ihm völlig egal zu sein, dass dabei massiv der Glaube an die Unabhängigkeit der Bankenkontrolle beschädigt wird."

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