Deutsche Bank: Ackermann spart auf Hauptversammlung mit Details

Deutsche Bank: Ackermann spart auf Hauptversammlung mit Details

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Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist selten wortkarg - doch bei der heutigen Hauptversammlung bot er bislang wenig Überraschendes: Die Deutsche Bank ist bereit für Milliarden-Zukäufen, so Ackermann. Seiner Meinung nach ist auch ein Ende der Finanzkrise in Sicht. Beide Punkte betont Ackermann allerdings seit Monaten - die spannenden Details spart er bislang aus.

Die Deutsche Bank will bei einer Neuordnung der deutschen Bankenbranche eine aktive Rolle spielen. Die deutsche Nummer Eins sei „offen für sinnvolle Akquisitionen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann heute in der Hauptversammlung in Frankfurt.

„Sollte es zum Beispiel wirklich zu einer Bankenkonsolidierung in Deutschland kommen, werden wir nicht abseitsstehen.“ Er betonte aber, eine Übernahme müsse dauerhaft Wert schaffen. „Wir schätzen unternehmerischen Mut, für Abenteuer aber sind wir nicht zu haben.“ Als Übernahmekandidaten gelten Postbank und Citibank. Zuletzt hatte es Meldungen gegeben, die Deutsche Bank führe bereits Gespräche zum Kauf der Citibank, dem Deutschland-Geschäft der US-Citigroup.

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Über Ackermanns Zukaufspläne hatte die WirtschaftsWoche in den letzten Wochen ausführlich berichtet. Denn am heimischen Bankenmarkt zeichnet sich ein Umbruch ab, nachdem die Branche heftig von der Finanzkrise durchgeschüttelt worden war. Laut Informationen der WirtschaftsWoche ist die Deutsche Bank bevorzugter Interessent für den Kauf der Citibank, dem Deutschland-Geschäft der US-Citigroup .

Experten erwarten noch in diesem Jahr einen Verkauf der Postbank, die an der Börse derzeit einen Wert von zehn Milliarden Euro hat. Dabei wird es zu einem heftigen Bietergefecht kommen, wie die WirtschaftsWoche bereits im Februar schrieb. Neben der Deutschen Bank haben zahlreiche andere Institute Interesse an der größten deutschen Filialbank angemeldet.

Zugleich führt die Allianz Sondierungsgespräche über die Zukunft der kriselnden Tochter Dresdner Bank. Allianz-Chef Diekmann spielt ebenfalls mti dem Gedanken, die Postbank zu übernehmen, um die Dresdner Bank zu stärken.

Deutsche Bank will 17 Milliarden frisches Kapital

Um für die zahlreichen Möglichkeiten gerüstet zu sein, will die Deutsche Bank ihre Kassen füllen. Sie will sich auf der Hauptversammlung von den Aktionären die Erlaubnis einholen, bis zu 17 Milliarden Euro frisches Kapital einzusammeln. Die Bank werde aber nur zukaufen, wenn eine Akquisition strategisch Sinn ergebe, betonte Ackermann.

Baldiges Ende der Finanzkrise

Trotz der Finanzkrise gab sich der Bankchef zuversichtlich, dass das Frankfurter Geldhaus im laufenden Jahr wieder in Fahrt kommt. Im ersten Quartal hatte die Bank wegen neuerlicher Abschreibungen den ersten Verlust seit fünf Jahren geschrieben. „Wir setzen alles daran, die kleine Delle zu Beginn dieses Jahres wieder glattzubügeln“, betonte Ackermann. Allerdings werde 2008 insgesamt kein leichtes Jahr für die Branche. Die kurzfristigen Aussichten blieben unsicher, die Lage an den Kreditmärkten angespannt. „Gleichwohl meine ich, dass wir am Beginn des Endes der Krise sind.“

Ackermann sagt das Ende der Finanzkrise schon seit langem voraus. Zu Beginn der Krise meinte Ackermann noch, dass die Deutsche Bank kaum von den Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten betroffen sei. Doch dann holte Ackermann die Wirklichkeit  - und rüttelte kräftig an seinem Ruf als Banker-Superstar: Im ersten Quartal 2008 schrieb die Deutsche Bank erstmals seit 2003 rote Zahlen .

Mit Abschreibungen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro hat sich die Deutsche Bank international vergleichsweise gut gehalten. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Erträge im Kerngeschäft Investmentbanking wegen der Marktturbulenzen auf absehbare Zeit schwach bleiben. Anlass, am Kapitalmarktgeschäft zu zweifeln, sieht Ackermann trotzdem nicht. Besonders in Schwellenländern sei die Nachfrage der Anleger nach Investitionsmöglichkeiten enorm. Daher halte die Deutsche Bank an diesem Geschäftsbereich in jedem Fall fest. Er wies damit Forderungen zweier kritischer Aktionäre zurück, die in Anträgen zur Tagesordnung eine Trennung vom Investmentbanking fordern.

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