Deutsche Bank: Ackermanns Kronprinz baut Investment-Sparte um

Deutsche Bank: Ackermanns Kronprinz baut Investment-Sparte um

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Anshu Jain ist nunmehr alleinverantwortlich für das Investment-Banking.

Das Investment-Banking der Deutschen Bank gleicht einer großen Baustelle. Anshu Jain, Kronprinz von Konzernchef Josef Ackermann, kann nach dem Abgang von "Co-Head" Michael Cohrs nunmehr walten, wie er mag. Er richtet die Sparte ganz auf sich aus und konzentriert sich auf lukrative Segmente.

Deutschbanker Anshu Jain gibt der Investmentbank ein neues Profil. Schon 50 Tage nach dem Ausstieg seines Partners Michael Cohrs rücken Asien und die Schwellenländer mit ihren Wachstumschancen in den Mittelpunkt. In den USA soll eine Aufholjagd zu größeren Marktanteilen führen. Gleichzeitig nimmt der Kronprinz von Konzernchef Josef Ackermann personelle Weichenstellungen für seine eigene Nachfolge vor, damit kein Vakuum entsteht, falls er wie erwartet den Schweizer ersetzt. Ende Juli gründete Jain ein 15-köpfiges Gremium, das an der Spitze des Investment-Bankings steht. Aus der neuen Mannschaft dürfte er auch seinen potenziellen Nachfolger wählen.

Der Inder sorgt in seiner sachlichen und unaufgeregten Art dafür, dass sich der Schwerpunkt weg vom reinen Handel mit Wertpapieren, Rohstoffen, Devisen und Derivaten hin zum kundennahen Geschäft mit der Unternehmensfinanzierung und der Übernahmeberatung verlagert. Die neue Regulierung erzwingt es. "Es ist eher eine Evolution als ein radikaler Wandel", meint Banksprecher Michael Golden. Dagegen sagt ein Frankfurter Banker, der Bereich durchlaufe in den nächsten Monaten "deutliche Veränderungen, um die Machtstrukturen von Jain im Investment-Banking zu festigen und auszubauen".

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Jains Nachfolger kommt wahrscheinlich aus seinem neu gegründeten Komitee

Ein erster entscheidender Schritt ist dem 47-Jährigen schon gelungen. Fast sechs Jahre lang hat er die Macht über den wichtigsten Geschäftsbereich der Bank als "Co-Head" teilen müssen, doch seit dem Abgang von Cohrs ist Jain die unumstrittene Nummer eins im Investment-Banking. Kommt es wie erwartet und der Inder rückt auf den Chefsessel vor, wird sein Nachfolger aus dem Kreis der frisch gekürten Regionalchefs innerhalb des neuen "Corporate & Investment Bank Executive Committee" kommen, wagen Insider bereits zu sagen. Sie räumen vor allem Jeff Mayer (Nordamerika) und Boon-Chye Loh (Asien-Pazifik) beste Chancen ein, Jain zu beerben.

Angesichts der Aussichten spielt Asien eine große Rolle. Die Deutsche Bank hat das Personal massiv aufgestockt und dafür viel Geld in die Hand genommen. "Ende 2004 arbeiteten knapp zehn Prozent der Beschäftigten des Investment-Bankings im asiatisch-pazifischen Raum, um die Gebührenmaschine in der Region zum Laufen zu bringen. Fünf Jahre später waren es schon mit 21,4 Prozent mehr als doppelt so viele", sagt Golden. Es gibt trotzdem noch viel für den Inder zu tun. Aber wenn die Deutsche Bank versichert, in der Einzeldisziplin Fusionen und Übernahmen bereits auf dem dritten Platz in Asien zu stehen, ist das ein Erfolg, der auszubauen ist.

Angesichts der erwarteten härteren Bankenregulierung gerade bei risikoreichen Kapitalmarktgeschäften weltweit ist jeder Erfolg für Jain Gold wert. Die Zukunft gehört den Beziehungsbankern, die nah am Kunden sind. Sie sollen möglichst viel Geschäft mit industriellen Kunden und institutionellen Investoren an Land ziehen. Den Investmentbankern bleibt nicht viel Zeit, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. 2011 will Ackermann seine Karriere mit einem Vorsteuergewinn von zehn Mrd. Euro krönen - fast zwei Drittel soll Jain beisteuern und zeigen, dass er der Richtige für die Nachfolge des Schweizers ist.

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