Deutsche Bank: Ackermanns möglicher Milliardencoup

KommentarDeutsche Bank: Ackermanns möglicher Milliardencoup

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

von Cornelius Welp

Wenn die Deutsche Bank in der kommenden Woche ihr Kapital erhöht, wäre das der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp.

Das lange Warten hat offenbar ein Ende. Wenn die Deutsche Bank in den nächsten Tagen tatsächlich eine milliardenschwere Kapitalerhöhung bekannt gibt, wäre das ein überfälliger Schritt. Dass dieser irgendwann kommen würde, war ohnehin längst klar – auch wenn die Bank ihn offiziell stets für unnötig erklärte. Schon im vergangenen Herbst, als andere europäische Großbanken wie Unicredit und Société Générale Milliarden auf dem Kapitalmarkt einsammelten, war dies eigentlich auch von der Deutschen Bank erwartet worden.

Die Deutsche Bank dürfte anders als andere Institute kaum Probleme haben, den geplanten Betrag einzusammeln. Auch wenn sich die Banken weltweit derzeit nicht gerade in ruhigem Fahrwasser bewegen, gibt es keine Zweifel, dass Deutschlands größtes Institut auch diese ohne allzu große Blessuren bestehen wird. Wenn sie nun als eine der ersten Großbanken voran geht, gibt ihr das zudem einen Startvorteil. Dass Investoren für Bankaktien unbegrenzt Schlange stehen, ist wegen der anhaltenden Unsicherheiten kaum zu erwarten.

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Vorsprung zählt

Der Vorsprung zahlt sich für die von Josef Ackermann geführte Bank nicht nur deshalb aus.  Vor allem US-Analysten hatten in den vergangenen Jahren stets die zu dünne Kapitalausstattung des Instituts bemängelt. Wegen der Basel-Regeln werden die Banken künftig mehr Kapital brauchen. Die Deutsche Bank könnte diese Vorgaben nun bereits deutlich mehr als erfüllen, bevor sie offiziell gelten. Zudem könnte sie die Hängepartie bei der Postbank beenden, indem sie zügig die Mehrheit an dem Institut übernimmt.

Damit wären zwei wesentliche Unsicherheiten beendet. Die eigentlichen Herausforderungen fingen dann aber erst an: Die Deutsche Bank müsste beweisen, dass der Kauf der Postbank tatsächlich ein sinnvoller Schachzug war. Und Josef Ackermann müsste seinen Investoren das veränderte Geschäftsmodell mit einer stärkeren Verankerung im Privatkundengeschäft gut erklären. Die von ihm stets als Ziel genannten 25 Prozent Eigenkapitalrendite scheinen unter den neuen Rahmenbedingungen ebenso wie der angestrebte Gewinn von zehn Milliarden Euro im Jahr 2011 noch schwerer erreichbar als bisher.

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