Deutsche Bank: Ackermanns riskanter Rekord

KommentarDeutsche Bank: Ackermanns riskanter Rekord

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

von Cornelius Welp

Die Deutsche Bank erzielt ein Rekordergebnis. Die Abhängigkeit vom schwankenden Investmentbanking ist jedoch ungebrochen.

Er wolle die Deutsche Bank auf eine breitere Ertragsbasis stellen, hat Josef Ackermann während der Finanzkrise mehrmals betont. Dass erfolgreiche Banken stets auch eine starke Basis auf dem Heimatmarkt hätten, verkündete er ebenso ein ums andere Mal.

Bisher ist von einer solchen Verschiebung der Gewichte bei der Deutschen Bank wenig zu sehen. Bei dem heute veröffentlichten Rekordergebnis stammen fast drei Viertel der Erträge von insgesamt neun Milliarden Euro aus dem Investmentbanking. Sein Beitrag zum Gesamtergebnis ist damit proportional sogar größer als vor der Krise. Deshalb liegt die Eigenkapitalrendite aktuell deutlich über Ackermanns Ziel von 25 Prozent.

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Die Deutsche Bank profitiert dabei vor allem von zwei Faktoren: Die Zahl der Konkurrenten hat sich durch die Finanzkrise reduziert. Folglich steigt die Nachfrage auch in den USA, wodurch die Deutsche Bank Marktanteile gewinnen kann. Das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Gleichzeitig profitieren die Investmentbanken von der Niedrigzinspolitik der Notenbanken. Diese Sonderkonjunktur wird irgendwann zu Ende gehen. Entsprechend vorsichtig äußerten sich heute auch Ackermann und sein Finanzvorstand Stefan Krause.

Anfällig für Schwankungen

Während die Investmentbank deutlich mehr verdiente als vorab geschätzt, laufen die stabilen Geschäftsbereiche im Wesentlichen wie erwartet. Bei der Privatbank Sal. Oppenheim gab es erstmal Verluste, was im Zuge der Übernahme normal ist. Wie sich die neue Tochter weiter entwickelt, hängt davon ab, wie die Deutsche Bank die Kunden dort an sich binden kann. Im Gesamtkonzern fällt das kleine Institut ohnehin kaum ins Gewicht. Eine wirkliche Akzentverschiebung würde die komplette Übernahme der Postbank bringen. Sie wird wohl irgendwann kommen. Ackermann wird jedoch warten, bis das Institut seine riskanten Wertpapiere abgebaut hat. 

Als Investmentbank bleibt die Deutsche Bank anfällig für die Schwankungen der Märkte und alle damit verbundenen Risiken. Dazu zählen auch juristische Auseinandersetzungen. Zwar ist bei der Deutschen Bank bisher kein Parallelfall zu dem aufgetaucht, wegen dem die US-Aufsicht SEC die Investmentbank Goldman Sachs verklagt hat. Allerdings rücken die Absurditäten beim Verkauf von auf Immobilienkrediten basierenden Wertpapieren unmittelbar vor der Finanzkrise wieder stärker in den Fokus. Die Deutsche Bank zählte zu den größten Spielern auf diesem Markt und war bei allen Übertreibungen dabei. 

Auch wenn die Ermittlungen der SEC bei ihr nichts ergeben und alle Schadenersatzklagen scheitern, liefern sie doch willkommene Argumente für eine deutlich strengere Regulierung des Finanzsektors. Die würde dazu führen, dass die Gewinne deutlich weniger sprudeln und Ackermann sein ehrgeiziges Ziel eines Vorsteuergewinns von zehn Milliarden Euro im Jahr 2011 kaum noch erreichen kann.  

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