Deutsche Bank: Axel Weber geht, Clemens Börsig sucht

Deutsche Bank: Axel Weber geht, Clemens Börsig sucht

Bild vergrößern

Der damalige Praesident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber

Die überraschende Verpflichtung des früheren Bundesbankchefs ist ein Coup für die Schweizer UBS - und ein Problem für die Deutsche Bank. Wer Josef Ackermann 2013 beerbet, ist wieder völlig offen.

Die Personalie war höchst geheim und blieb es bis zuletzt. Vor sechs Wochen erfuhren die Führungskräfte der UBS erstmals, dass die Schweizer Großbank ein Auge auf den früheren Bundesbankpräsidenten Axel Weber geworfen hatte. Doch selbst leitende Manager waren überrascht, als das Institut heute Morgen verkündete, dass Weber 2012 zunächst als Vizepräsident in den Verwaltungsrat des Instituts einzieht. 2013 soll er dann an die Spitze des Gremiums rücken. Das sei „eine sehr gute Nachricht“, kommentiert ein Manager.

Für die in den vergangenen Jahren von Krisen und Skandalen geplagte UBS ist die Verpflichtung Webers in der Tat ein großer Erfolg. Der Professor hat fachlich einen exzellenten Ruf, persönlich gilt er zu Recht als untadelig und unbeugsam. Zwar hat er noch nie in einer Großbank gearbeitet, aber für die Funktion, die er nun übernimmt, ist das kein Hindernis. Die Position ist zwar deutlich stärker operativ geprägt als die des deutschen Aufsichtsratsvorsitzenden, aber auch hier ist es essentiell, den Dialog mit Regulieren und Politikern zu führen, den Blick fürs große Ganze zu haben. Hier hat Weber unbestreitbar Qualitäten, die weltweit ihresgleichen suchen. Er wird sich der Aufgabe mit großer Energie widmen.

Anzeige

Keine Ideallösung in Sicht

Genau das waren die Vorzüge, wegen derer Weber auch bei der Deutschen Bank im Gespräch war. Vor allem Bankchef Josef Ackermann hatte sich für den früheren Notenbanker als seinen Nachfolger stark gemacht. Noch vor einer Woche galt Weber deshalb intern wie extern als Kandidat mit großen Chancen. Auch wenn die Skepsis bei vielen Angestellten und einigen Investoren groß war, wäre er durchaus eine überzeugende Lösung gewesen.

Wie diese aussehen soll, wenn Ackermann spätestens in knapp zwei Jahren aufhört, ist nun wieder völlig offen. Die Diskussion läuft seit Jahren, die Nachteile interner Kronprinzen wie Investmentbankchef Anshu Jain oder Risikovorstand Hugo Bänziger sind ausgiebig erläutert. Angebliche externe Kandidaten wie Reto Francioni, Chef der Deutschen Börse, oder Allianzvorstand Paul Achleitner sind ebenfalls keine Ideallösungen. Aufsichtsratschef Clemens Börsig, der bei der Nachfolgersuche schon bisher keine glückliche Figur machte, ist nun erst recht gefordert, möglichst bald für Klarheit zu sorgen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%