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Deutsche-Bank-Chef: Finanzmärkte bereiten Ackermann Albträume

von Peter Köhler und Michael Brächer Quelle: Handelsblatt Online

Ist die Lage an den Märkten schon wieder so heikel wie nach der Pleite von Lehman Brothers? Deutsche-Bank-Chef Ackermann fordert härtere Reformen der Kreditindustrie um das Vertrauen zurückzugewinnen.

Der Vorstandsvorsitzende der Quelle: dapd
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Foto: Mario Vedder/dapd Quelle: dapd

Der Ballsaal des Frankfurter Marriot-Hotels ist voll. Aufmerksam lauschen die Gäste dem ersten Redner der Handelsblatt-Jahrestagung „Banken im Umbruch“, Josef Ackermann. In einer Wirtschaftswelt, deren Grundfeste erschüttert wurden, erhoffen sie sich von ihm Antworten auf die großen Fragen der Finanzkrise.

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Und der einflussreichste Bankmanager in Deutschland spricht Klartext: Die heftigen Kursstürze von Banken und Finanzwerten erinnern den Chef der Deutschen Bank an den Herbst 2008. Damals war die Weltwirtschaft nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers in eine tiefe Rezession gestürzt. „Seit Jahresbeginn haben manche europäische Banken sogar ein Drittel und mehr ihrer Marktkapitalisierung eingebüßt“, sagt Josef Ackermann, bei den meisten Instituten liege die Bewertung „unterhalb oder bestenfalls beim Buchwert“. Er sagt, die „neue Normalität“ der Finanzbranche sei von Schwankungen und Unsicherheit geprägt. In das Bild passten die starken Ausschläge an den Märkten für Staatsanleihen, auch in Deutschland und den USA. Selbst der Aufwärtstrend des Goldpreises verlaufe nicht stetig.

Banken besser gerüstet als 2008

Der europäische Bankensektor sei jedoch im Vergleich zu 2008, als der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers die Branche und die Märkte erschütterte, heute deutlich besser kapitalisiert und weniger von kurzfristiger Liquidität abhängig, betonte der Chef der Deutschen Bank. Außerdem hätten die Banken weniger toxische Aktiva in ihren Bilanzen, und das Risikomanagement habe sich verbessert.

Ackermann prophezeit der Bankenbranche trotzdem harte Jahre. „Den Marktakteuren sind gewissermaßen ihre mentalen Modelle abhanden gekommen.“ Und er räumt ein: „Wir als Finanzindustrie haben noch keine wirklich überzeugenden Antworten auf die Fragen der Finanzkrise anzubieten.“ Die Aussichten für das zukünftige Wachstum der Erträge seien „eher verhalten“. Viele Länder und Privathaushalte müssten ihre Verschuldung abbauen und das Hypothekengeschäft oder die Konsumentenkredite fielen bis auf weiteres als Wachstumstreiber aus. Hinzu komme die schrumpfende Bevölkerung in einigen Staaten Europas, was sich negativ auf das Wachstum der Kreditmärkte auswirke.

Ertragssteigerung in der Krise kaum möglich

„Die Aussichten der europäischen Banken sind von daher in ihrer Heimatregion nicht gerade rosig“, sagt Ackermann, es sei denn, die Institute könnten der Entwicklung durch Marktanteilsgewinne entgegen wirken oder sie überkompensieren. Nehme man die drei großen Belastungsfaktoren – Schuldenkrise, die genannten Strukturfaktoren und die Regulierung – zusammen, dann werde es für die europäischen Banken insgesamt schwer werden,  ihre Erträge zu steigern.

Er antwortet auch auf Fragen zu einem möglichen Stellenabbau bei der Deutschen Bank: „Ein Kostensenkungsprogramm sehen wir im Moment nicht, weil wir uns gut vorbereitet haben auf schwere Zeiten.“ Natürlich verfolge die Bank die Lage an den Märkten genau. Sollte sich zeigen, dass die Aussichten im Investment-Banking dauerhaft schwieriger würden und der September und Oktober ähnlich schlecht liefen wie der August, werde das Institut darüber nachdenken müsssen. „Im Moment sehen wir aber noch nicht, dass sich der August fortsetzen muss.“

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5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.09.2011, 01:41 UhrAnonymer Benutzer: Pequod

    Lehman brothers dürfte mit der 600 Milliardendollarpleite noch eine
    idylle gegen die inzwischen in den bad banks lagernden 20.000
    Milliarden Euro Schrottpapieren gewesen sein. Da kann sich Joseph
    Ackermann wirklich begründete Sorgen machen, denn das ist sicher- lich: ''too big to save'' geworden!!!

  • 07.09.2011, 00:24 UhrAnonymer Benutzer: ???

    Leute wie Ackermann laufen frei rum und Zumwinkel wurde abgefürt. Welchen Schaden hatte Zumwinkel angerichtet und welchen Ackermann?

  • 06.09.2011, 18:51 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Jo und seine 25 % !
    Zum kotzen !
    Das ganze System - Deutsche Demokratie - ist zum scheitern
    verurteilt.
    Alles nur noch eine Frage der Zeit: geht aber, in etwas abstrakten
    Dimensionen betrachtet- ganz schnell.
    Die Kleinen fängt man, die Großen läßt man laufen, nach diesem
    Motto wirds diesmal nicht abgehen, darauf könnt ihr Euch verlassen
    und da hilft kein innenminister und seine "Schlächter"

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