Deutsche Bank: Favorit Axel Weber

KommentarDeutsche Bank: Favorit Axel Weber

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

Warum der frühere Bundesbankchef ein geeigneter Kandidat für den Chefposten bei der Deutschen Bank ist.

Anshu Jain ist seit mehr als zehn  Jahren ein enorm erfolgreicher Banker. Es ist nicht zuletzt sein Verdienst, dass die Deutsche Bank heute dort steht, wo sie steht. Die von ihm geleitete Truppe fährt regelmäßig den größten Teil der Milliardengewinne des Instituts ein und obwohl auch seine Investmentbanker in der Finanzkrise Milliarden verdaddelten, waren die Folgen bei weitem nicht so dramatisch wie bei den meisten Konkurrenten.

In den wichtigsten Marktsegmenten zählt die Bank heute zu den weltweit führenden Anbietern. Jain ist nicht nur fachlich brillant, sondern auch ein hervorragender Motivator und damit eigentlich prädestiniert, eine große Bank zu führen. Dass ein ausländischer Investmentbanker knapp drei Jahre nach der Lehman-Pleite wieder an die Spitze eines Instituts rücken kann, zeigt die britische Bank Barclays, wo der US-Amerikaner Bob Diamond vor wenigen Monaten die Führung übernommen hat.

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Dennoch ist Jain zumindest als alleiniger Chef der Deutschen Bank unvorstellbar. Das hat nichts mit fehlender Weltoffenheit oder sogar Rassismus zu tun, wie es in angelsächsischen Medien vereinzelt heißt. Und auch nicht mit gar nicht oder nicht ausreichend vorhandenen Deutschkenntnissen. Dass Josef Ackermann Jain offenbar nicht für den besten Kandidaten hält, hängt mit seinen eigenen, fast traumatischen Erfahrungen zusammen.

Weggefährten aus den frühen Tagen können detailliert berichten, wie die deutsche Öffentlichkeit Ackermann regelrecht Angst einjagte, wie ihm die hämischen Äußerungen über die raffgierigen „Ackermänner“ zugesetzt haben. Dafür verdient er kein Mitleid, Kritik auszuhalten ist Teil seines extrem gut bezahlten Jobs. Die Vorwürfe treffen jedoch nicht nur ihn persönlich, sondern schlagen direkt auf das Image der Bank durch.   

Erfolg ist nicht alles

Ackermann musste schmerzhaft lernen, dass vom Chef der Deutschen Bank viel mehr verlangt wird als geschäftlicher Erfolg. Rekordgewinne und gleichzeitig den Abbau von Stellen zu verkünden, hielt er für normal, in Deutschland ist das ein Affront. Kein anderer Vorstandsvorsitzender eines privaten Großunternehmens hat eine vergleichbar politische und dabei zugleich zwiespältige Rolle zu spielen – einerseits als gefragter Ratgeber der Regierenden bei großen Themen wie der Banken- oder Staatsschuldenkrise, andererseits als Blitzableiter für das Unbehagen am Finanzkapitalismus.

Ob Jain diese Position wirklich übernehmen könnte?  

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