Deutsche Bank: Josef Ackermann muss sich nicht schämen

KommentarDeutsche Bank: Josef Ackermann muss sich nicht schämen

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

Die Deutsche Bank ist angeschlagen, aber nicht angezählt. Sie kann die Krise auch aus eigener Kraft durchstehen.

Josef Ackermann kann sich bei den Bürokraten aus Brüssel bedanken.

Gerade noch rechtzeitig hat die Europäische Union die Bewertungsregeln für bestimmte Vermögenswerte geändert. Die Deutsche Bank profitiert nun als eines der ersten Institute davon.

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So hat sie  Vermögenswerte, für die es wegen der Finanzkrise derzeit keinen Markt mehr gibt, so umgebucht, dass sie diese nicht zu Marktpreisen bewerten muss. Ohne diesen Effekt hätte Deutschlands größtes Institut erneut mehr als zwei Milliarden Euro abschreiben müssen.

Das Ergebnis wäre ein hoher Quartalsverlust gewesen. So steht Ende September, auch Dank Steuereffekten und Veräußerungsgewinnen, erneut ein, wenn auch mageres Plus.  

Nüchtern betrachtet steht die Deutsche Bank so schlecht da wie kaum zuvor in Ackermanns Amtszeit.

Die Deutsche Bank ist angeschlagen, aber nicht angezählt

Der Aktienkurs hat in den vergangenen Tagen schon historische Tiefststände erreicht.

Und auch das Ergebnis ist niedrig wie selten. Neben dem immer schwerer gebeutelten Investmentbanking leiden nun auch die von Ackermann stets in den Vordergrund gestellten stabilen Bereiche.

Angesichts der drohenden Rezession wird sich diese Tendenz in den kommenden Monaten vermutlich noch fortsetzen. Da ist es nur konsequent, dass Ackermann keine Prognose für die Zukunft abgeben will. Für den von ihm in der Vergangenheit immer wieder gezeigten demonstrativen Optimismus ist derzeit kein Platz.

Immerhin: Eine Kernkapitalquote von mehr als zehn Prozent ist in Deutschland ein Spitzenwert und auch international respektabel.

Das von Investoren als zu gering kritisierte Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme hat sich allerdings auch in den vergangenen drei Monaten nur unwesentlich verbessert. Mit 34 Milliarden Euro Eigenkapital bewegt die Deutsche Bank mehr als zwei Billionen Euro. Die Quote ging hier von knapp 1,7 auf 1,6 Prozent zurück. Einen vergleichbar niedrigen Wert erreicht kaum eine andere weltweit aktive Bank.

Josef Ackermann muss sich für das Ergebnis nicht schämen. Die Deutsche Bank ist angeschlagen, aber nicht angezählt. Umfallen wird sie nicht. Sie hat gezeigt, dass sie die Krise auch aus eigener Kraft überstehen kann. Das allein ist in diesen Tagen schon fast eine gute Nachricht. Ein Grund zum Feiern ist es aber auch nicht.

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