Deutsche Bank: Josef Ackermann steht unter Antwortdruck

Deutsche Bank: Josef Ackermann steht unter Antwortdruck

von Cornelius Welp

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank wird sich Konzernchef Josef Ackermann vielen kritische Fragen der Aktionäre stellen müssen - trotz des beeindruckenden geschäftlichen Erfolgs.

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Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann

Es sieht so aus, als würde Josef Ackermann liefern. Die Deutsche Bank ist jedenfalls auf dem besten Weg das bei der Verkündung noch als utopisch eingestufte Ziel eines Vorsteuergewinns von zehn Milliarden Euro in diesem Jahr zu erreichen. In den wichtigsten Segmenten läuft es gut bis sehr gut. Selbst die Postbank, deren im Sommer 2008 beschlossenen Kauf viel Kritik begleitete, hat ihr Ergebnis zuletzt deutlich verbessert. Entsprechend selbstbewusst tritt der Bankchef auf. In einem Treffen mit Analysten hat er kürzlich noch mal klar gestellt, dass der Gewinn in diesem Jahr kein Ausrutscher nach oben, sondern ein dauerhaft gültiger Maßstab bleiben soll.  

Dennoch werden  er und der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Börsig sich bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank am morgigen Donnerstag eine Menge kritischer Fragen anhören müssen. Und dass nicht nur von selbst ernannten Opfern des Finanzkapitalismus, Naturschützern und Anwälten des Medienunternehmers Leo Kirch, die das jährliche Aktionärstreffen seit Jahren nutzen, um das Management mit unzähligen Fragen und Anträgen zu nerven und zu juristisch anfechtbaren Aussagen zu verleiten.   

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Kirch, Klagen, Kursentwicklung

Den Aktionären dürfte es kaum gefallen, dass Deutschlands größtes Kreditinstitut zuletzt mit juristischen Auseinandersetzungen mindestens ebenso viele Schlagzeilen machte wie mit guten Ergebnissen. In den USA sind zahlreiche Klagen wegen der Rolle der Bank auf dem Immobilienmarkt anhängig, in Deutschland laufen noch Klagen von Kommunen und Unternehmen wegen riskanter Zinsgeschäfte. Die Streitigkeiten sind nicht nur schädlich fürs Image, sondern könnten auch höhere Rückstellungen für Ausgleichszahlungen erforderlich machen.

Mit der Entwicklung des Kurses können die Aktionäre zudem nicht wirklich zufrieden sein. Obwohl die Deutsche Bank unbestritten in vielen Marktsegmenten zu den wichtigsten und erfolgreichsten Instituten weltweit gehört, rangiert sie bei der Börsenkapitalisierung unter ferner liefen. Zu groß erscheinen den Investoren trotz eines deutlichen Abbaus immer noch die Risiken, zudem gibt es Zweifel, ob die Kapitalausstattung der Bank tatsächlich reicht, um für alle Regulierungsvorschriften gewappnet zu sein. Die Dividende fällt mit 75 Cent zudem nicht eben üppig aus. Das ist nachvollziehbar, weil die Bank spart, um ihre Kapitalbasis zu stärken. Bei der Entlohnung ihrer Angestellten im Investmentbanking ist sie jedoch unverändert großzügig.

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