Deutsche Bank übernimmt Postbank: Josef Ackermann ist der Gewinner

KommentarDeutsche Bank übernimmt Postbank: Josef Ackermann ist der Gewinner

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

Josef Ackermann hat es noch einmal allen gezeigt. Der Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank ist der vorläufige Schlusspunkt der Fusionswelle unter den deutschen Großbanken.

Was vorher über Jahre nicht gelang, klappte jetzt innerhalb von nicht einmal zwei Wochen. Läuft alles wie geplant, wird es in drei Jahren zwei Geschäftsbanken geben, die den Titel „nationaler Champion" zumindest ansatzweise zu Recht tragen. Wobei beide angesichts der Dominanz von Sparkassen und Genossenschaftsbanken immer nur zweiter Sieger sein werden.

Der Einstieg bei der Postbank ist nicht nur volkswirtschaftlich begrüßenswert. Für die Deutsche Bank ist er auch strategisch sinnvoll. Als mit Sperrminorität ausgestatteter Großaktionär kann sie zwar nur begrenzt Einfluss nehmen, das ist aber erst einmal kein Nachteil. Kein Konkurrent kann die Bank jetzt noch übernehmen. Und die beiden Partner können sich erst aneinander gewöhnen, spätere Scheidung nicht ausgeschlossen. Die sollte die Deutsche Bank aber möglichst vermeiden. Denn mittelfristig macht sie sich so weniger abhängig vom volatilen Investmentbanking. Wenn sie die Postbank in einigen Jahren komplett übernimmt, entsteht eine deutsche Geschäftsbank, die wirklich wettbewerbsfähig ist.

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Dass die beiden Kulturen überhaupt nicht zusammenpassen, weiß jeder, der schon mal Filialen der beiden Banken von innen gesehen hat. Und es stimmt, dass die Deutsche Bank schon einmal mit einer Zwei-Marken-Strategie rund um den unglücklichen 24-Ableger auf die Nase gefallen ist.

Die Situation ist aber nicht vergleichbar. Ackermanns Neueinkauf verspricht zwar weniger Synergien als sonstige Zusammenschlüsse, kann aber auch neue Wachstumschancen eröffnen. Die Deutsche Bank muss sich hierzu jedoch in einer Tugend üben, die viele ihr nicht zutrauen. Sie kann ihre neue Beteiligung nur behutsam an sich heranführen. Wie das funktioniert, hat etwa die niederländische ING bewiesen, die ebenfalls die heimische Postbank übernommen hat.

Der Vorstandssprecher der Quelle: dpa

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG Josef Ackermann lacht.

Bild: dpa

Bleibt die Frage, ob Ackermann nicht einen zu hohen Preis zahlt, für den die Deutsche Bank nun anders als erwartet doch eine Kapitalerhöhung durchführen wird. Bei dem jetzt vereinbarten Preis ist die gesamte Postbank mit 9,3 Milliarden Euro bewertet.

Die Post ist zwar von ihrer ursprünglichen Vorstellung von mehr als zehn Milliarden deutlich abgerückt. Dennoch ist dies angesichts der, auch im Vergleich zu Sparkassen, schwachen Ertragslage pro Kunde wahrlich kein Schnäppchen

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