Deutsche Post: Der UPS-Deal: Welche Strategie die Post in den USA verfolgt

Deutsche Post: Der UPS-Deal: Welche Strategie die Post in den USA verfolgt

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Die Post schreibt in den USA große Verluste. Jetzt soll ein Deal mit dem Konkurrenten UPS dabei helfen, diese zu verringern

Die Deutsche Post kapituliert: Statt Gewinne darf die Expresssparte DHL in den USA Dauerverluste machen. Experten bezweifeln den Sinn der Strategie.

Lee Fisher ist schwer enttäuscht. Seine Laune scheint sich sogar auf seinen Hund auszuwirken, der neben ihm wütend und ohrenbetäubend bellt. Der Lieutenant Governor des US-Bundesstaates Ohio, eine Art Stellvertreter der Gouverneurs, stemmt sich gegen ein Unternehmen, das hier im Norden der USA einen Standort dichtmachen will: DHL, die Expressgutsparte der Deutschen Post, hat angekündigt, bei Cincinnati einen ganzen Flughafen stillzulegen, den Wilmington Air Park. Bis zu 10.000 Arbeitsplätze werden in der strukturschwachen Region verschwinden. Sogar die Präsidentschaftskandidaten John McCain und Barack Obama wetterten dagegen. Am 16. September gibt es dazu eine Anhörung in Washington, Fisher will ein Kartellverfahren initiieren.

„Wir glauben nicht, dass DHL die Alternativen ausreichend ausgelotet hat“, sagt der Lieutenant Governor und bietet höhere Subventionen an. Das Geld flösse an DHL und den Erzrivalen, den US-Paketriesen UPS.

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Der Konkurrent mit dem braunen Logo, so eine Vereinbarung vom Mai dieses Jahres, soll künftig DHL-Sendungen durch Nordamerika fliegen. Dafür gibt DHL großenteils Wilmington auf, von wo aus sich ein Flugnetz über den Kontinent spannte. Man könne doch eine „Lösung finden, die mindestens gleichwertig mit dem Deal ist, den DHL mit UPS machen will“, hofft schon fast flehentlich Fisher.

Der Deal, den der erboste Gouverneur verhindern möchte, ist der schwierigste Brocken für den neuen Post-Chef Frank Appel, der erst im Frühjahr die Nachfolge von Klaus Zumwinkel antrat. Der war mächtig stolz auf die Vorteile eines eigenen Frachtflughafens gewesen und hatte die sich auf bis zu zehn Milliarden Euro auflaufenden Verluste immer gerechtfertigt. Für Appel dagegen ist es lediglich ein gescheiterter Versuch, den großen Konkurrenten Fedex und UPS in den USA nennenswerte Marktanteile abzutrotzen. Es ist auch eine Art Emanzipation – gilt Appel doch als Vertrauter Zumwinkels, von dem er zum Kronprinzen aufgebaut worden war.

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