Deutsche Post: Gute Ergebnisse verdecken Schwächen

KommentarDeutsche Post: Gute Ergebnisse verdecken Schwächen

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Deutsche Post in Bonn

Die Deutsche Post profitiert vom weltweiten Wachstum und legt gute Zahlen hin. Ein Vergleich mit den Wettbewerbern zeigt aber auch Defizite.

Eine wirkliche Überraschung ist das nicht. Die Weltwirtschaft wächst seit Monaten wieder robust. Kein Wunder also, dass die Deutsche Post für das vergangene Jahr steigende Umsatz- und Gewinnzahlen präsentiert. Das operative Ergebnis fiel  mit 2,2 Milliarden Euro allerdings höher aus als erwartet - obwohl der Konzern die Prognose im Laufe des Jahres 2010 bereits schon einmal nach oben korrigierte. Dass Post-Chef Frank Appel "sehr zufrieden" ist mit der Entwicklung und den Ergebnissen des Konzerns ist nachvollziehbar. Die Zahlen sind gut. 

Doch bei genauer Analyse zeigen sich auch Schönheitsfehler, die die steigenden Umsatzzahlen auf den ersten Blick kaschieren. Wettwerber konnten in einigen Segmenten deutlich stärker zulegen. Vor allem die Speditionssparte der Deutschen Post wächst zwar solide, aber nicht genügend. Das dürfte auch der Hauptgrund für das vorzeitige Ende von  Vorstand Hermann Ude sein, der gestern überraschend seinen Hut nehmen musste.

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Vor allem Konkurrent Kühne + Nagel mit Sitz in der Schweiz macht der Deutschen Post vor, wie man das Speditionsgeschäft erfolgreicher voran treibt. Das Unternehmen gab seine Zahlen vor kurzem bekannt. Gemessen in Tonnen, organisierte Kühne + Nagel 25 Prozent mehr Güter per Luftfracht als die Post-Tochter DHL Global Forwarding, die auf ein Plus von 19 Prozent kam. Im traditionell starken Kerngeschäft Seefracht konnte Kühne + Nagel gar um 16 Prozent zulegen. DHL erreichte magere sechs Prozent mehr Transportvolumen als 2009. Damit dürfte der Bonner Konzern nicht einmal den Branchenschnitt erreicht haben. Auch DB Schenker schnitt nach vorläufigen Ergebnissen zumindest in der Seefracht deutlich besser ab als der Bonner Konzern. Postchef Appel gab zu, dass er auch mit der Marge noch nicht wirklich zufrieden sei. Ähnlich äußerte er sich zum Geschäft mit der Lagerhaltung. DHL Supply Chain müsse die Profitabilität erhöhen.

Sorge um den Briefbereich

Damit nicht genug der Schönheitsfehler. Vor allem der Briefbereich macht weiterhin Sorgen. Sinkende Gewinne waren zwar von allen Beteiligten erwartet worden, weil E-Mails dem klassischen Brief schon lange den Rang abgelaufen haben. Doch die Höhe der Verluste hat selbst Analysten verblüfft. Der Umsatz sank zwar nur um ein Prozent, dafür steht beim operativen Gewinn (Ebit) ein Minus von 19 Prozent in den Büchern. Das Ebit lag 2010 bei 1,15 Milliarden Euro.

Die Deutsche Post litt vor allem unter dem Wegfall des Mehrwertsteuerprivilegs. Nachdem der Konzern seit Juli vergangenen Jahres ihren Geschäfts- und Behördenkunden für die Zustellung der Briefe  19 Prozent Mehrwertsteuer in Rechnung Stellen muss, sank auch das operative Ergebnis um den gleichen Betrag. Der neue E-Postbrief kann den Verlust noch lange nicht kompensieren. Bis der Online-Brief richtig zum Laufen kommt, werden drei bis fünf Jahre vergehen, glaubt Appels Kollege Jürgen Gerdes.

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