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Deutsche Post: Montags ohne Post

von Maxim Kireev mit Material von dpa

Weil die Deutschen in den Sommermonaten weniger Briefe als im Schnitt versenden, will sich die Post nun auch mit der Zustellung Zeit lassen.

ARCHIV -  Ein Mitarbeiter des Quelle: dpa
ARCHIV - Ein Mitarbeiter des Internationalen Postzentrums (IPZ) am Flughafen in Frankfurt am Main sortiert am 25.06.2008 an seinem Arbeitsplatz Postsendungen. Die Deutsche Post hat nach Vorwürfen von Kundenvertretern eingeräumt, über die Sommermonate die Leistungen eingeschränkt zu haben. Es gehe darum, die Produktionskapazität dem Briefaufkommen anzupassen, sagte Sprecherin Scheil der «Berliner Zeitung» (Dienstag, 18.08.2009). Die Post-Sprecherin sagte, dass überregionale Sendungen, die am Wochenende aufgegeben wurden, nicht wie üblich am Sonntag sortiert würden, sondern erst montags. Die Zustellung folge dann erst am Dienstag. Foto: Arne Dedert dpa (c) dpa - Bildfunk Quelle: dpa

Was Verbraucherschützer und einige Kunden geahnt haben, hat der Bonner Konzern nun zugegeben. Das Unternehmen will demnach Geld sparen und Briefe, die Samstag im Briefkasten gelandet sind, erst am Dienstag dem Empfänger zustellen. In den Sommermonaten sinke das Briefaufkommen um 20 Prozent. Die Briefzentren, die die Deutsche Post in den 90er Jahren baute, seien nicht ausgelastet und würden aus Kostengründen sonntags zum Teil geschlossen bleiben. Nur noch regionale Sendungen würden am Sonntag bearbeitet und am Montag zugestellt. In 15 der bundesweit 82 Briefzentren falle zudem montags eine Schicht aus.

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Die Verbraucherorganisation PostKundenZentrum berichtete, zahlreiche Kunden hätten sich beschwert, weil sie montags vergeblich auf Post warteten. Besonders den gewerblichen Postkunden seien durch die spätere Zustellung erheblicher Aufwand und Kosten entstanden. „Dass die Deutsche Post  vielerorts die Zustellung an einem Tag in der Woche ganz ausfallen lässt, ist nicht akzeptabel“, sagte Elmar Müller, Vorsitzender des PostKundenForums.

Briefgeschäft rückläufig

Das Briefgeschäft ist traditionell die profitabelste Sparte des Logistikkonzerns. Allein im ersten Halbjahr verdiente die Post mehr als eine halbe Milliarde Euro mit dem Zustellen von Briefen. Allerdings gingen die Umsätze zurück. Schuld daran sei nach Ansicht der Post die digitale Konkurrenz und die Wirtschaftskrise. Geschäftskunden hätten vor allem im zweiten Quartal 2009 weniger Briefe verschickt. Der Umsatz sank um 5,6 Prozent auf 6,69 Milliarden Euro, rund 148 Millionen Briefe weniger wurden mit der Post  versendet. Verbraucherschützer befürchten nun, dass das Unternehmen aus Kostengründen montags dauerhaft keine überegionalen Sendungen mehr zustellen wird.  Die Post bezeichnet die bisherigen Einsparungen als Pilotversuch und will Ende des Monats ein Fazit ziehen.

Neun von zehn Briefen stellt hierzulande der ehemalige Monopolist zu, nicht zuletzt weil er – anders als die Konkurrenz – keine Mehrwertsteuer bezahlen und so seine Dienste billiger anbieten kann. Im Gegenzug verpflichtete sich der Konzern, als so genannter Universaldienstleister, 80 Prozent der Briefe einen Tag nach dem Absenden zuzustellen. Laut der Bundesnetzagentur, die für die Aufsicht zuständig ist, übertrifft die Post diese Quote allerdings deutlich. Solange das der Fall ist, können sich die Kunden nicht rechtlich gegen die geplanten Sparmaßnahmen wehren.

Wegen der sinkenden Umsätze im Briefgeschäft habe die Post bereits andere Sparmaßnahmen angekündigt. So will der Konzern die Löhne seiner Mitarbeiter drastisch senken und die Zahl der Mitarbeiter auf Dauer verringern.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.08.2009, 10:29 UhrAnonymer Benutzer: Posthorn

    @Hase: „Hinz und Kunz“ ist bereits Realität: Subunternehmertum, Fremdvergabe, Leiharbeitnehmer. Die Post tut nur einen Teufel dies zu propagieren.

    @ quilbert: nicht ein paar „hundert“, sondern ein paar „tausend“.

    Und von dem leben, was die Post bezahlt, können die Zusteller schon lange nicht mehr: befristet, Teilarbeitszeit, oft nur 1(!) Std. die Woche mit Stücklohn, auf Abruf – ohne jede Rechtssicherheit – an einzelnen Tagen...!

    Und die noch paar Unkündbaren werden gepiesackt, versetzt, in die Überstunden bis zum Umfallen getreten und wenn sie krank werden entweder mit der krankheitsbedingte Kündigung konfrontiert oder es wird ihnen „sozialverträglich“ ein Auflösungsvertrag „angeboten“, mit Abfindung – ein Jahr später: Hartz-4. Nennt sich dann im Stellungnahmen des Herrn Appel: natürliche Fluktuation.

  • 20.08.2009, 12:47 UhrAnonymer Benutzer: Hase

    ich will einen zuverlässigen Postservice, der meine briefe sicher austrägt und nicht Hinz und Kunz, die mich ausspionieren können!

    Das briefgeheimnis kann nur gewahrt bleiben, wenn das ganze staatlich geregelt wird. Es werden zwar weniger briefe versendet, aber die Zuverlässigkeit muss erhalten bleiben. Ausserdem kaufen diese bei der Post beschäftigten Menschen ein und bezahlen Miete etc... es ist eine Schande in diesen Zeiten zu darben.

  • 20.08.2009, 00:33 UhrAnonymer Benutzer: gilbert

    Weshalb müssen bei der Post Arbeitspläze abgebaut und Löhne verringert werden, es würde völlig ausreichen, wenn man im Vorstand auf den einen oder anderen Manager verzichten würde. Das eingesparte Geld reicht sicherlich für ein paar hundert Mitarbeiter. Was im übrigen auch auf andere branchen zutrifft.

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