Deutsche Post: Nach Zumwinkel-Rücktritt: Riesiger Steuerskandal bahnt sich an

Deutsche Post: Nach Zumwinkel-Rücktritt: Riesiger Steuerskandal bahnt sich an

Bild vergrößern

Deutsche Post: Ex-Chef Klaus Zumwinkel (r.) und sein möglicher Nachfolger Frank Appel

Klaus Zumwinkel ist seinen Job los. Mit dem Rücktritt als Post-Chef und hunderten von weiteren Ermittlungsverfahren nimmt die Affäre um Steuerhinterziehung über Konten in Liechtenstein beispiellose Ausmaße an.

Als Nachfolger steht laut "Financial Times Deutschland" Logistik-Chef Frank Appel (46) fest. Das berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Der Post-Aufsichtsrat werde am Montagnachmittag in Bonn auf einer außerordentlichen Sitzung zunächst formell Zumwinkels Rücktrittsgesuch als amtierender Vorstandschefs annehmen. Anschließend werde das Gremium Appel zum neuen Firmenchef ernennen.

Zumwinkel hatte heute zuvor - einen Tag nach der Razzia der Staatsanwaltschaft in seiner Villa und seinem Büro - seinen Rücktritt erklärt. Er werde sein Amt „im Interesse des Unternehmens“ niederlegen.

Anzeige

Sein Fall ist aber erst der Beginn einer Welle von mehr als tausend Steuerstrafverfahren. Es handle sich um eine vierstellige Zahl, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sind von dem bislang größten Verfahren wegen Steuerbetrugs in Deutschland etliche Prominente betroffen, die aber nicht vom Rang des zurückgetretenen Postchefs seien. Unter Berufung auf Ermittlerkreise heißt es in dem Bericht weiter, es handele sich bei den Beschuldigten zum Teil um mittelständische Unternehmer und „regionale Größen“.

Nach den Worten eines Sprechers von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird gegen „sehr viele“ bekannte und weniger bekannte „Leistungsträger“ wegen Steuerflucht nach Liechtenstein ermittelt. Das Ministerium riet Betroffenen zur Selbstanzeige. Dieses Instrument sehe das deutsche Steuerstrafrecht vor.

Laut "süddeutsche.de" soll es 900 Durchsuchungsbeschlüsse geben. Gegen 120 bis 150 Verdächtige werde ermittelt. Dabei gehe es um eine Gesamtsumme von 3,4 Milliarden Euro, die am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geflossen sei.

"Manager haben Vorbildfunktion"

In den nächsten Tagen könnten in ganz Deutschland Razzien anlaufen, hieß es im „Handelsblatt“ unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Die Fahnder haben nach diesen Informationen offenbar massenhaft Unterlagen aus der LGT-Bank erhalten, die dem Fürstenhaus in Liechtenstein gehört. „Wir haben die ganze Bank geknackt“, sagte ein Ermittler dem „Handelsblatt“.

Woher die Datensätze stammen, sei noch nicht klar. Die Daten waren in Deutschland über den Bundesnachrichtendienst an die Bochumer Staatsanwaltschaft gelangt.

Auch die LGT-Bank untersucht die Vorwürfe der Steuerhinterziehung gegen Zumwinkel. „Es laufen im Moment Abklärungen“, sagte LGT- Sprecher Bernd Junkers. Er verwies jedoch darauf, dass die für die Einrichtung von Stiftungen zuständige LGT-Treuhand eine unabhängige Tochter der Liechtenstein Global Trust sei.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%