Deutsche Post: Paket rettet Brief

Deutsche Post: Paket rettet Brief

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Das boomende Paket- und Frachtgeschäft hat den Umsatz der Deutschen Post beflügelt.

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Post profitiert von der Konjunktur. Doch im Kerngeschäft ächzt der Logistikkonzern unter der neuen Steuerlast. Und auch im Wettbewerbsvergleich gibt es Defizite.

Rückenwind für die Deutsche Post: Dank der anziehenden Konjunktur insbesondere in Asien konnte der Logistikkonzern seine Ergebnisse im zweiten Quartal verbessern. Der Konzernumsatz stieg um 0,3 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich auf 562 Millionen Euro - das ist mehr als eine Verdopplung. Für das Ende des Geschäftsjahres erhöhte der Konzern nun seine Prognose: Insgesamt erwartet das Unternehmen ein Ebit am oberen Rand der Spanne von 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro.

Die Zahlen belegen, dass Post-Chef Frank Appel mit seinen Maßnahmen einen richtigen Weg eingeschlagen und dem Konzern eine profitable Richtung gegeben hat. Das operative Ergebnis stieg deutlich stärker als der Umsatz. Zwar stagnierte der Konzernumsatz, weil die Deutsche Post einzelne Geschäfte wie den amerikanischen Frachtvermittler ETS verkaufte, der den Konzernumsatz um 700 Millionen Euro erhöht hätte. Doch auch mit ETS wäre das Wachstum des Ebits höher ausgefallen.

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Wettbewerber der Post schneiden besser ab

Doch Jubelstimmung kommt nicht auf, denn erste Anzeichen der Unsicherheit trüben die Euphorie. Die Umsätze der Logistiksparten lagen teilweise unter den Erwartungen von Analysten. Bei der Speditionstochter DHL Global Forwarding Freight stieg der Umsatz um vier Prozent. Einige Analysten erwarteten ein höheres Wachstum. Vor allem die Volumina beim Lufttransport (+ 1%) und der Seefracht (- 1%) enttäuschten. Analysten werteten dies als Zeichen eines sich abkühlenden Welthandels.

Enttäuschter dürften Anleger reagieren, weil Wettbewerber teilweise besser abschneiden. So konnte Konkurrent Kühne + Nagel - gemessen an den Halbjahreszahlen - das Frachtvolumen auf See um zwölf Prozent steigern. DB Schenker legte um 4,6 Prozent zu. Bei DHL Global Forwarding stand im ersten Halbjahr nur ein mageres Plus von 0,2 Prozent.

Auch im Briefgeschäft, das noch immer einen Großteil des Gewinns abliefert, hat sich die Konkurrenzsituation inzwischen deutlich verschärft. Allein der Wegfall des Steuerprivilegs belastet das Ergebnis sehr. Der Umsatz sank um fünf Prozent, weil die Deutsche Post ihren Geschäftskunden Rabatte einräumt, um Marktanteile nicht gegenüber Wettbewerbern zu verlieren. Hohe Investitionen in die Einführung des E-Postbriefes haben zudem das operative Ergebnis stark belastet: Es sank um 25 Prozent.

Nur durch das gut laufende Paketgeschäft in Deutschland konnte der Konzern so ein Fiasko verhindern. Der Online-Handel boomt und berschert der Post ein unerwartet starkes Wachstum. Insgesamt beförderte das Unternehmen im zweiten Quartal zehn Prozent mehr Sendungen. Das Paketgeschäft wird mehr und mehr zum Rettungsanker des Briefgeschäfts.

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