Deutsche Post: Post-Chef rechnet nicht mit US-Kartellverfahren

Deutsche Post: Post-Chef rechnet nicht mit US-Kartellverfahren

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Eine Luftfrachtmaschine der DHL vom Typ Boeing 757 wird entladen.

Post-Chef Frank Appel rechnet nicht mit einem Kartellverfahren in den USA, das die dort geplante Zusammenarbeit der defizitären Expresstochter DHL mit dem amerikanischen Paketdienst UPS kippen könnte. „Wir sehen keinerlei rechtliche Basis für ein Kartellverfahren“, sagte Appel im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Die beiden US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain hatten die vereinbarte Kooperation aus kartellrechtlichen Gründen kritisiert, weswegen es am 16. September eine Anhörung im US-Kongress geben wird.

Appel wandte sich auch gegen Kritiker, die vor einer zu großen Abhängigkeit der Deutschen Post vom Erzrivalen UPSA warnten. „Wir liefern uns nicht aus“, sagte er. UPS brauche DHL, um die eigene Infrastruktur auszulasten. Vertraglich noch festzulegende Regeln würden verhindern, das UPS einfach die Preise erhöhen oder DHL-Pakete zugunsten der eigenen Fracht liegen lassen könne. „Zudem schützt uns hier das amerikanische Kartellrecht. Wer einen Wettbewerber übervorteilt, um ihn aus dem Markt zu drücken, bekommt Ärger mit den Wettbewerbshütern“, so der Post-Chef.

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Appel schloss in dem Interview mit der WirtschaftsWoche aus, dass UPS im Laufe der gegenwärtigen Detailverhandlungen noch einen Rückzieher macht und die Kooperation nicht zustande kommt. „UPS profitiert doch von unserer Kooperation genauso wie wir“, sagte Appel. „Mit uns kann UPS die eigenen Kapazitäten besser auslasten.“ Geplant sei, dass DHL keine jährliche Pauschale an UPS zahle, „sondern eine Mischung aus einer festen Summe und einer variablen“, die vom Transportvolumen abhänge. Appel: „Ich versichere Ihnen, wir werden erfolgreich sein.“ Ingesamt soll DHL, wie schon früher bekannt wurde, rund eine Milliarde Euro jährlich ein UPS überweisen.

Nach dem milliardenteuren gescheiterten Versuch seines Vorgängers Klaus Zumwinkel, innerhalb der USA ein profitables Expressgeschäft aufzubauen, gibt sich Apel nun zufrieden, wenn DHL in den Vereinigten Staaten im Zuge der Kooperation mit UPS künftig einen Verlust von jährlich gut 300 Millionen US-Dollar macht. Grund seien die indirekten Gewinne durch das Geschäft mit Kunden mit Sitz außerhalb der Vereinigten Staaten. Das könne DHL nur machen, weil das Unternehmen die defizitäre Beförderung in den USA anbiete. „Dieses Geschäft ist hochprofitabel“, betonte Appel. „Das bekommen wir nur, wenn wir in den USA sind. Solange der Verlust in den USA kleiner ist als die Gewinne aus diesen Aufträgen, lohnt es sich dort zu bleiben.“ Zurzeit verliert die Post mit ihrer Expresstochter DHL in den USA fünf Millionen Dollar pro Arbeitstag.

Die Deutsche Post hat angekündigt, im Zuge der Kooperation mit UPS das neu errichtete Luftfrachtumschlagzentrum in Wilmington im US-Bundesstaat Ohio zu schließen. Dabei gehen insgesamt bis zu 10 000 Stellen verloren. Appel verwahrte sich in diesem Zusammenhang gegen den Vergleich mit dem finnischen Handyhersteller Nokia und dessen taiwanesischen Wettbewerber, die in Deutschland nach dem Erhalt von Subventionen beziehungsweise der Übernahme der Siemens-Handysparte Standorte geschlossen hatten. „Wir haben nichts verscherbelt, um Gewinn zu machen, wir verlagern nichts in Billiglohnländer, und wir lassen die Betroffenen nicht allein“, sagte er. „Im Gegensatz zu BenQ übernehmen wir die Verantwortung und stellen dafür einen dreistelligen Millionenbetrag für die Leute vor Ort zur Verfügung. Unsere Abfindungen sind am absolut oberen Ende dessen, was üblich ist.“

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