Deutsche Post: Was hinter der Web-Strategie der Deutschen Post steckt

Deutsche Post: Was hinter der Web-Strategie der Deutschen Post steckt

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Post-Chef Appel

von Christian Schlesiger

Für das 40-Mann-Unternehmen Nugg.ad ist es eine Traumhochzeit, für die Post der Einstieg in ein neues Geschäft. Der Logistiker hat im Netz einiges vor.

Internet-Experten ist Nugg.ad ein Begriff, Außenstehenden völlig unbekannt. Der Kauf des Berliner Startups durch die Deutsche Post in der vergangenen Woche markiert in der Konzernstrategie des Logistikers den Einstieg in ein neues Geschäftsfeld: Die Deutsche Post entwickelt sich zu einem aggressiven IT-Unternehmen. Post-Chef Frank Appel setzt damit seine in der Strategie 2015 verankerte Ausrichtung auf das digitale Geschäft konsequent fort. Appel bringt den klassischen Brief ins Internet, indem er seit Juli den verbindlichen und eindeutig identifizierbaren E-Postbrief anbietet. Er richtet das Paketgeschäft auf den Online-Handel aus, indem er etwa den Einkauf im Web über Grenzen hinaus durch internationale Retourenscheine erleichtert. Und nun mischt Appel auch noch im Online-Marketing mit.

Anders als beim E-Postbrief und dem Online-Handel ist Online-Marketing bislang nur eine Art Spielwiese. Der Post-Konzern testet viele kleine Projekte: Die WebSeite allesnebenan.de bringt Internet-Nutzer mit Händlern um die Ecke zusammen, etwa über Sonderangebote für das Stadtviertel. Auf meinpaket.de hat die Post ein Preisvergleichsportal eingerichtet. Die online erworbenen Produkte verschickt der Post-Expressdienst DHL.

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Im Zukunftsgeschäft dabei

Das alles mutet wenig professionell an. Doch gerade deshalb ergibt der Kauf von Nugg.ad Sinn. Das Berliner Unternehmen wurde 2006 gegründet, beschäftigt 40 Mitarbeiter, gilt in der Branche als kreativ und als der größte europäische Anbieter des sogenannten Targetings, bei dem der US-Riese Google führend ist. Das Geschäftsmodell: Nugg.ad erforscht mithilfe von Nutzerbefragungen, Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Konsumentendaten das Surfverhalten von Zielgruppen im Netz. Kurz: Nugg.ad weiß, auf welchen Web-Seiten eine kaufkräftige Ökofanatikerin oder ein sportlicher Familienvater surft und wo eine Werbebotschaft am besten platziert ist.

Online-Marketing ist ein Zukunftsgeschäft. Laut Bundesverband Digitale Wirtschaft lag Online-Werbung 2009 mit 4,1 Milliarden Euro Umsatz auf Rang drei, nur noch hinter Fernsehen und Zeitungen. 2010 soll das Segment neun Prozent wachsen. Die Post will davon profitieren und baut indirekt auch ihren Bereich Dialogmarketing aus, den sie bisher nicht digital bedient. Sie stellt die Infobriefe zu, die jeder Haushalt nahezu täglich im Briefkasten hat. Ziel der Post-Manager ist es, die Werbung noch gezielter an den Konsumenten zu bringen. Nugg.ad könnte dann den Post-Kunden sowohl klassische Brief- als auch Online-Werbung anbieten. Post-Manager spielen den Gedanken schon durch.

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