Deutsche Telekom: Bund wird selbst Netzbetreiber

Deutsche Telekom: Bund wird selbst Netzbetreiber

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Techniker Matthias Götting installiert eine elektronische Baugruppe in einer digitalen Vermittlungsstelle

Die Bundesregierung wappnet sich für den Fall, dass T-Systems oder der gesamte Konzern in ausländische Hände fällt.

Als Telekom-Chef René Obermann nach seinem Amtsantritt vor drei Jahren auch einen Verkauf der Großkundensparte T-Systems prüfte, schrillten im Bundesinnenministerium die Alarmglocken, und die Bundesregierung legte ihr Veto ein. Der Grund: Übernimmt ein ausländischer Anbieter die Kontrolle über T-Systems, fällt auch der Betrieb der Regierungsnetze in fremde Hände. Denn schon Ende der Neunzigerjahre hatte der Ex-Monopolist – quasi als Hoflieferant – den Dauerauftrag bekommen, die streng vertraulichen Telefonate und E-Mails zwischen den einzelnen Regierungsstellen auf dem speziell abgeschirmten Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB) so sicher zu transportieren, dass kein ausländischer Geheimdienst die Gespräche und Verschlusssachen abfangen kann.

In Kürze stünde einem Verkauf von T-Systems nichts mehr im Wege. Das Bundesinnenministerium trifft jetzt Vorkehrungen für den Tag, an dem die Deutsche Telekom oder zumindest die wenig profitable IT-Sparte T-Systems an einen ausländischen Konkurrenten fällt. So will der Bund den Netzbetrieb künftig nicht mehr ausschreiben, sondern selbst übernehmen. Angesiedelt wird die neue Leitstelle im Bundesverwaltungsamt in Köln. Es ist bereits für alle Abhöraktionen zuständig, die von Polizeibehörden angeordnet werden. „Wir nehmen die zentrale Steuerung und den Betrieb des Netzes selbst in die Hand, damit wir besser, billiger und sicherer werden“, kündigt der IT-Direktor des Bundes, Martin Schallbruch, an.

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Den Netzumbau will der Bund schrittweise vorantreiben und bis Ende 2010 abschließen. Dabei möchte Schallbruch auch ein einheitliches Hochsicherheitsnetz schaffen, das Bundesregierung, Bundesverwaltung und die Bundesländer miteinander verbindet. Es soll die diversen staatlichen Netze ersetzen, die nebeneinander existieren und unterschiedlich hohe Sicherheitsstandards aufweisen. Im Zuge dieser Reform verliert die Deutsche Telekom auch ihre Position als technischer Hoflieferant des Bundes beim Einrichten solcher Netze. „Beim Bau der Infrastruktur arbeiten wir künftig mit vielen verschiedenen Anbietern zusammen“, sagt Schallbruch.

Nach Bedarf werde man einzelne Module wie die dafür benötigten Leitungen und Netzkapazitäten so einkaufen, dass man die Anbieter jederzeit wechseln könne. Dadurch könnten in Zukunft auch Telekom-Konkurrenten wie der amerikanische Anbieter Verizon oder die britische BT in Deutschland häufiger an Regierungsaufträge kommen.

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