Deutsche Telekom: Dossier belastet Zumwinkel in der Telekom-Spitzel-Affäre

Deutsche Telekom: Dossier belastet Zumwinkel in der Telekom-Spitzel-Affäre

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Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel wird durch ein geheimes Dossier in der Telekom-Spitzel-Affäre belastet

Ein vertraulicher Bericht belastet den Ex-Aufsichtsratschef der Deutschen Telekom in der Spitzelaffäre des Konzerns.

Seit Wochen schon hält die Deutsche Telekom das Ergebnis einer Untersuchung unter Verschluss, die Aufsichtsrat und Vorstand in Auftrag gegeben haben: Sie wollten wissen, wie es zu der Spitzelaffäre gekommen ist und wer genau welche Aufträge erteilt hat. Das Ergebnis liegt nun vor, soll aber offenbar nicht veröffentlicht werden. Ist es zu brisant?

Nach Informationen der WirtschaftsWoche enthält das Dossier neue Indizien, die den Verdacht erhärten, dass Klaus Zumwinkel, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post und Ex-Aufsichtsratschef der Deutschen Telekom, auch in die Spitzelaffäre der Telekom stärker verstrickt ist als bisher bekannt: Offenbar hat er selbst die Auswertung der Verbindungsdaten von Aufsichtsräten, Betriebsräten und Journalisten in Auftrag gegeben. Unabhängig von den noch laufenden Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft erklären die internen Unterlagen, die die WirtschaftsWoche einsehen konnte, wie zwischen 2005 und 2006 die Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse von 60 Betroffenen bespitzelt werden konnten, darunter die der WirtschaftsWoche-Redakteure Jürgen Berke und Thomas Kuhn.

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Dem Dossier zufolge hat der Leiter des Bereichs KS3 der Konzernsicherheit, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzende Klaus Trezschan, den Auftrag zu Ermittlungen direkt von Zumwinkel und dem Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke erhalten – verbunden mit der strikten Anweisung von Zumwinkel, auch gegenüber Vorgesetzten Stillschweigen über die Sache zu bewahren. Es scheint üblich gewesen zu sein, dass Ricke und Zumwinkel Mitgliedern der Sonderermittlungsabteilung KS3 unmittelbar Aufträge erteilt haben, ergaben die internen Untersuchungen.

Zumwinkel bestreitet Vorwürfe

Damit hätten beide den Gesamtgeschäftsverteilungsplan des Vorstands missachtet sowie die Zuständigkeit des damaligen Personalvorstands Heinz Klinkhammer und des Leiters der Konzernsicherheit, Harald Steiniger. Ricke war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Zumwinkel bestreitet die Vorwürfe. In Interviews hatte er immer wieder betont, dass er sich nichts vorzuwerfen habe. Als Aufsichtsratsvorsitzender habe er keine Weisungsbefugnis gehabt.

Die Verfasser des Berichts hingegen gehen davon aus, dass es einen direkten Kontakt zwischen Trezschan und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Zumwinkel gab. Der normale Dienstweg sei nicht ausnahmsweise, sondern planmäßig umgangen worden. Im Dezember 2005, also nach den ersten Spitzelaktionen, gab es dem Bericht zufolge sogar den Versuch, das Vorgehen zu legitimieren. Denn plötzlich sollte der Geschäftsverteilungsplan für die Sonderermittlungsabteilung KS3 geändert werden, die mit den Spitzelaktionen betraut war.

Als einzige Stelle im Konzern, das sah ein unter Ziffer 2 eingefügter Passus vor, sollte die KS3 nicht nur Aufträge des Konzernvorstands, sondern auch des Aufsichtsratsvorsitzenden bearbeiten. Solch eine Befugnis findet sich nicht einmal im Gesamtgeschäftsverteilungsplan des Bereichs Konzernsicherheit wieder. Die Dienstaufsicht des zuständigen Personalvorstands sei dadurch in einem sensiblen Bereich zumindest eingeschränkt worden, heißt es. Die Mitarbeiter wollten Aufträge von höchster Stelle möglichst gut erfüllen und entwickelten deshalb einen besonderen Ermittlungs- und Arbeitseifer. Dabei konnten sie, so die Unterlagen, unkontrolliert auf alle Datenbestände des Konzerns zugreifen.

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