Deutsche Telekom: Geheime Absprache

Deutsche Telekom: Geheime Absprache

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T-Mobile-Geschäft in den USA

von Angela Hennersdorf und Jürgen Berke

Der Verkauf der Tochter T-Mobile USA steht auf der Kippe. Hat sich Telekom-Chef René Obermann das Veto der US-Regierung selbst eingebrockt?

Für René Obermann war es ein rabenschwarzer Mittwoch. Erst verkündete das US-Justizministerium, dass es dem Verkauf der amerikanischen Mobilfunk-Tochter nicht zustimmen werde. Die Information über das Veto wurde per Zettel in die laufende Aufsichtsratssitzung gereicht. Während die T-Aktie in weniger als einer Stunde um mehr als zehn Prozent abstürzte, musste der Telekom-Chef, der den Deal persönlich ausgehandelt hatte, direkt seinen Kontrolleuren Rede und Antwort stehen. Bis in den späten Abend tagten die Aufsichtsräte, um einen Ausweg aus dem US-Debakel zu finden. Doch so schnell konnte auch Obermann dem Gremium keinen Plan B vorlegen, der die Bedenken der US-Behörden am 39-Milliarden-Dollar-Deal mit AT&T ausräumt. Die vier kurzen Sätze, die der Telekom-Vorstand zu später Stunde als offizielle Erklärung herausgab, klangen dann auch eher wie Durchhalteparolen: „Wir werden zusammen mit AT&T für die geplante Transaktion vor Gericht eintreten.“

Die Konkurrenz sollte unter Druck geraten

Doch hat der Telekom-Chef im Vorfeld wirklich alles getan, um die Bedenken auszuräumen? Telekom-Insider weisen darauf hin, dass Obermann durchaus eine Mitschuld an der Blockadehaltung der amerikanischen Wettbewerbshüter trägt. Zugleich mehren sich jenseits des Atlantiks die Anzeichen dafür, dass Obermanns Kampf vor Gericht vergeblich sein wird.

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Forsch hatte er Anfang Januar auf einer Analystenkonferenz in New York einen Strategiewechsel verkündet. Als Billiganbieter werde T-Mobile sein Netz für andere Unternehmen öffnen und mit zahlreichen Discountangeboten und einer Mehrmarkenstrategie Marktanteile zurückgewinnen. Nach dem Vorbild des drittgrößten deutschen Mobilfunkbetreibers E-Plus, der mit mehr als 25 verschiedenen Discountmarken die Kundenzahl (mehr als 21 Millionen) und die operative Gewinnmarge (43,4 Prozent) nahezu verdoppelte, wollte T-Mobile die US-Marktführer AT&T und Verizon unter Druck setzen und ihnen Kunden abjagen.

Fehlender Vollzug

Der Plan liegt offenbar auf Eis. Offiziell bestreitet die Telekom zwar, dass die Umsetzung der Billigstrategie ins Stocken geraten ist. Doch seit der Ankündigung der Verkaufspläne an AT&T im März gibt es keine nennenswerten Vollzugsmeldungen mehr. Bis heute gibt es keine Unternehmen, die als sogenannter virtueller Netzbetreiber auf dem Netz von T-Mobile ihre Dienste anbieten, bestätigt die Telekom. Dabei hatte US-Statthalter Philipp Humm das im Januar lautstark als zentralen Bestandteil seiner neuen Strategie für den amerikanischen Markt angekündigt. Insider munkeln, dass es eine geheime Absprache mit AT&T geben könnte, wonach T-Mobile die Billigstrategie aussetzt, bis der Deal alle Hürden überwunden hat.

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