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Deutsche Telekom: Neuer Vorstand wusste schon vor elf Jahren von der ersten Abhöraffäre

Der neue Telekom-Vorstand für Datensicherheit, Manfred Balz, war schon vor elf Jahren in illegale Abhöraktionen der Telekom verwickelt. Wie aus vertraulichen Protokollen, internen Schreiben und Vermerken hervorgeht, war Balz schon kurz nach seinem Wechsel von der Treuhandanstalt zur Telekom 1997 über die Lauschangriffe gegen vermeintliche Hacker informiert.

Telekom-Vorstand Manfred Balz
Telekom-Vorstand Manfred Balz

Im Sommer hatte die WirtschaftsWoche erstmals darüber berichtet, dass die Telekom nicht nur Verbindungsdaten, sondern sogar Gesprächsinhalte angeblicher Hacker aufgezeichnet hatte. Später stellte sich heraus, dass es sich um Telekom-Mitarbeiter handelte, die das Mobilfunknetz pflegten.

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Balz beteiligte sich an der juristischen Aufarbeitung dieser Verstöße gegen das Fernmeldegeheimnis und gab ein Gutachten bei einer Münchner Anwaltskanzlei in Auftrag, das die Verstöße rechtfertigen sollte. Allerdings spielte der Gutachter nicht mit. „Der Zweck des Fernmeldegeheimnisses ist auch beim jetzt privatwirtschaftlich tätigen Großunternehmen Deutsche Telekom nicht entfallen“, heißt es in dem Schreiben zu der Expertise, das der Wirtschaftswoche vorliegt. Spätestens seit Informanten die Zusammenarbeit mit der Telekom wegen Balz Ende Juni 2008 ablehnten, musste Telekom-Chef René Obermann davon wissen.

Die Deutsche Telekom bestätigt gegenüber der WirtschaftsWoche die Auftragsvergabe von Gutachten und Stellungnahmen, die zu „differenzierten rechtlichen Ergebnissen gelangten“. Balz habe dafür gesorgt, dass auch die „rechtlich eher kritischen Äußerungen über den Vorgang an den zuständigen Vorstand gelangten“.

Aber auch bei der Spitzelaffäre in den Jahren 2005 und 2006, als die Deutsche Telekom die Verbindungsdaten von Aufsichtsräten und Journalisten auswertete, taucht Balz’ Name auf. Der Staatsanwaltschaft Bonn liegt eine Aktennotiz vom 24. August 2007 vor, in der der damalige Leiter der Konzernsicherheit, Harald Steininger, im Gespräch mit Balz die Aussage machte, dass der kritisierte Austausch von Verbindungsdaten zwischen Telekommunikationsanbietern untereinander „gelebte Praxis“ sei. Balz hat demnach schon viel früher von illegalen Methoden gewusst, die erst im Mai 2008 öffentlich bekannt wurden.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.10.2008, 00:22 UhrAnonymer Benutzer: boersenguru

    Auf welchen Mist ist denn diese Greulgeschichte gewachsen ?

    ich kenne jemanden der hat in China gearbeitet und ist heute wieder in D am arbeiten, bei der Polizei, oder auch nicht.

    bin gespannt welchen Hund er in der DDR gefüttert hat, damit er nicht immer so bellen sollte wenn Erich da her ging. hahahah

  • 26.10.2008, 17:28 UhrAnonymer Benutzer: meinNameistHase

    Zitat: "im Sommer hatte die WirtschaftsWoche erstmals darüber berichtet, dass die Telekom nicht nur Verbindungsdaten, sondern sogar Gesprächsinhalte angeblicher Hacker aufgezeichnet hatte."
    berichtet habt ihr schon, aber recherchiert? "Heißt es in Unternehmenskreisen" hat leider wenig mit Fakten zu tun und ist ziemlich subjektiv. Habt ihr euch mal in der Szene dazu umgehört? Nein? Das wäre vielleicht mal ein Ansatz... aber so?!

  • 25.10.2008, 13:59 UhrAnonymer Benutzer: Peter Kürten

    ist man jetzt befürworter von Abhörmaßnahmen nur weil man in den 70ern in Leningrad und Moskau zu Studienzwecken war??? Welcher Kenner hat das denn zusammengebracht? Schwachsinn

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