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Deutsche Telekom: Obermann gerät ins Visier des Datenschutzbeauftragten

von Jürgen Berke und Michael Kroker

Geheime Unterlagen der Telekom, die der WirtschaftsWoche vorliegen, geben den Datenskandalen der jüngsten Vergangenheit eine Wendung: Sonderabsprachen mit der einst von Telekom-Chef René Obermann gegründeten Ladenkette The Phone House (TPH) werfen Fragen nach der Mitverantwortung des Telekom-Top-Managements auf und legen einen massiven Verstoß der Telekom gegen die Datenschutzbestimmungen im Telekommunikationsgesetz nahe.

Logo der Deutschen Telekom auf Quelle: AP
Logo der Deutschen Telekom auf dem Hauptquartier in Bonn Quelle: AP

Die Hintergründe: In einem Kooperationsvertrag, den die Konzerntochter T-Mobile am 2. August 2007 mit TPH abschloss, besiegelten beide Unternehmen, dass TPH künftig kein selbstständiger Mobilfunk-Anbieter mit eigenen Kunden und Tarifen mehr ist, der das Handynetz der Telekom nutzt. Stattdessen sollte TPH künftig als (Groß-) Händler für T-Mobile arbeiten.

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In als „streng vertraulich“ gekennzeichneten Zusatzvereinbarungen und Nebenabreden räumte T-Mobile dabei TPH einen Sonderstatus ein: Die mit dem Kundenservice betrauten Callcenter von TPH bekamen uneingeschränkten Zugriff auf die gesamte Datenbank von T-Mobile mit allen persönlichen Daten von 16 Millionen Kunden.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, dem die WirtschaftsWoche das Vertragswerk vorlegte, will den Fall untersuchen. „Es gibt Klärungsbedarf“, sagt Schaar. „Ein unbeschränkter Zugriff auf sämtliche Kundendaten wäre unzulässig. Die Telekom müsste in solchen Fällen den Zugriff auf die tatsächlich zu betreuenden Kunden beschränken.“ Auch die Bundesnetzagentur, ebenfalls von der WirtschaftsWoche informiert, kündigt nach der ersten Durchsicht der Unterlagen eine intensive Prüfung an. Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder, zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Datenschutz-Beirats der Telekom, zeigte sich gegenüber der WirtschaftWoche erstaunt. Es stelle sich vor allem die Frage, „von welchen Stellen und aus welchen Gründen die Vorbehalte des Konzerndatenschutzes ausgeschlagen worden sind“.

Unterschrieben hat die Verträge und Sonderabsprachen mit TPH der ehemalige Deutschland-Chef von T-Mobile Philipp Humm, der heute Europa-Vorstand von T-Mobile ist. Er setzte sich über Bedenken des Konzerndatenschutzes hinweg, der eine Woche vor der Unterschrift ausdrücklich vor dem Vertragsabschluss warnte: „Die Zugriffsmöglichkeit stellt aus unserer Sicht ein nicht kalkulierbares Risiko dar“, heißt es in der Stellungnahme des Konzerndatenschutzes, die der Wirtschaftswoche vorliegt.

28 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.02.2010, 19:02 UhrAnonymer Benutzer: kläuschen

    @ lol :Müßig, vor brandstiftern schützen zu wollen, wenn die Scheune schon brennt !!

  • 22.02.2010, 18:34 UhrAnonymer Benutzer: lol

    @ @ kläuschen: Jawoll! Und demnächst werden Sicherheitssperren in Streichholzschachteln und Feuerzeugen eingebaut, die uns vor brandstiftern schützen!

  • 22.02.2010, 10:23 UhrAnonymer Benutzer: kläuschen

    @Astrid: zunächst einmal vielen lieben Dank für das nette feedback.
    Sachlich zu argumentieren und dabei noch "lieb" zu bleiben ist gerade bei diesem Thema nicht immer einfach.
    @K.G. und andere Zweifler: Ob die Redakteure mit den Vorständen der Telekom irgendwann einmal Häppchen essen werden, lasse ich mal dahingestellt. in anderen Gehaltsklassen trifft man sich in der Kneipe um die Ecke oder bei Mc Do, wenn es irgend welche Probleme zu besprechen gibt.
    Den investigativen Journalismus der beiden Redakteure, die sich die Freiheit nehmen, nicht nur irgendein "Wischiwaschi" zu schreiben, sondern nach gründlichen Recherchen "Ross und Reiter" zu benennen, muss man in höchstem Maße anerkennen. WEiTER SO !!

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