Deutsche Telekom: Obermann hat kein Glück bei den Frauen

Deutsche Telekom: Obermann hat kein Glück bei den Frauen

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Einsatz für mehr Vielfalt: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Rene Obermann, will bis Ende 2015 weltweit 30 Prozent aller Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen besetzen.

von Jürgen Berke

Der Konzern ließ sich als Vorreiter einer freiwilligen Frauenquote bejubeln. Trotzdem erhalten Top-Managerinnen kaum Spitzenposten.

René Obermann ließ sich gerne als Frauenfreund feiern. Vor genau einem Jahr verkündete der Chef der Deutschen Telekom unter dem Beifall von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, die Telekom werde freiwillig als erstes Dax-Unternehmen eine Frauenquote einführen. Bis Ende 2015 will der Konzern weltweit 30 Prozent aller Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen besetzen. Derzeit hat die Telekom weltweit erst 22,6 Prozent dieser Jobs an Frauen vergeben, in Deutschland sogar nur 12,9 Prozent (siehe Grafik).

Schon droht Obermanns Frauenplan zu scheitern. Ein Jahr nach dem Start drängt sich intern keine Top-Managerin auf, die in den Konzernvorstand aufsteigen könnte. Um das Quotenziel zu erreichen, müssten bis 2015 mindestens drei Frauen in das Führungsgremium einziehen, in dem bisher ausschließlich Männer sitzen. Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch mit Vertretern der 30 Dax-Unternehmen über eine höhere Frauenquote im Top-Management diskutieren. Die Telekom hatte durch Bekanntgabe ihrer Selbstverpflichtung die Diskussionen über die Einführung einer Frauenquote auch in anderen deutschen Unternehmen kräftig angeheizt.

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Suche ins Ausland ausweiten

Aktuell sucht Obermann wieder ein Vorstandsmitglied – als Nachfolger für Europa-Vorstand Guido Kerkhoff, der zu ThyssenKrupp wechselt. Möglich, dass der Chef von T-Mobile USA, Philipp Humm, diesen Posten bekommt, wenn die Telekom ihre amerikanische Tochter an AT&T verkauft hat. Headhunter haben den Auftrag, extern nach Top-Leuten zu fahnden. Schon auf ihrer Vorschlagsliste müssen 30 Prozent der Kandidaten weiblich sein. Das schreibt die Telekom seit einem Jahr vor. Doch selbst das fällt den Headhuntern schwer. „In der Telekom-branche ist der Markt fast leer gefegt“, sagt ein Personalberater. „Wir müssen die Suche auf andere Branchen oder ins Ausland ausdehnen.“

Bei den jüngsten Besetzungen auf der zweiten Führungsebene kamen fast nur Männer zum Zuge. Auch beim großen Stühlerücken in der Geschäftsführung der IT-Sparte T-Systems wurden am 1. März gleich drei hochrangige Mitglieder ausgetauscht – und durch Männer ersetzt. Trotz Frauenquote bleiben die Männer in diesem Gremium weiter unter sich, obwohl ihm früher sogar Frauen angehörten: Katrin Horstmann und Zvezdana Seeger. Auch ins 67-köpfige Business Leader Team, dem wichtigsten internen Führungszirkel, schafften es bisher nur sechs Frauen. Eine steht schon wieder vor dem Absprung: Mit Anastassia Lauterbach, zuletzt Chefin der Beteiligungsgesellschaft T-Venture, verlässt eine Aufsteigerin in diesen Tagen den Konzern. Sie hatte sich mit Innovations-Vorstand Ed Kozel überworfen.

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