Deutsche Telekom: Obermann präsentiert neuen Telekom-Vorstand

Deutsche Telekom: Obermann präsentiert neuen Telekom-Vorstand

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Neuer Vorstand soll den Umbau der Deutschen Telekom zum Webkonzern beschleunigen

von Jürgen Berke

Telekom-Chef René Obermann stellt den neuen Vorstand für Technik und Innovation kurz nach der Verkündung sofort auf der Hauptversammlung vor. Und narrte mit der Benennung alle Beobachter.

So einen ersten Arbeitstag hat es selten bei einem Dax-Unternehmen gegeben. Heute Morgen um 8 Uhr verkündete Telekom-Chef René Obermann, dass er mit Edward Kozel einen neuen Vorstand für Technik und Innovation gefunden hat. Zwei Stunden später, um 10 Uhr, präsentiert sich der Neue den Aktionären auf der Hauptversammlung in Lanxess-Arena in Köln. Mit der Berufung narrte Obermann alle Beobachter.

Denn Kozel passt in keines der Raster, die Headhunter und andere Marktbeobachter für eines der wichtigsten Posten im Telekom-Vorstand ausgegeben hatten. Kozel ist mit 54 Jahren deutlich älter als die meisten Vorstände. Er ist Amerikaner. Auch die Hoffnung, dass nach der Einführung der Frauenquote erstmals eine Managerin in den Telekom-Vorstand aufrückt, musste Obermann enttäuschen.

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Begnadeter Internet-Freak

Der Telekom-Chef entschied sich für einen Technik-Experten, der alle Facetten des Internets genauestens kennt und der das Format besitzt, den Umbau der Deutschen Telekom in einen innovativen Web-Konzern zu beschleunigen. Kozel kennt die Wurzeln des Internets. Als technischer Direktor beim IT-Konzern Cisco war Kozel an der Entwicklung der internetbasierten Übertragungstechniken beteiligt. Später war er Aufsichtsrat bei Yahoo, als die zweitgrößte Suchmaschine den Abwehrkampf gegen das Übernahmeangebot von Microsoft organisierte. Als Aufsichtsrat beim Nachrichtenkonzern Reuters lernte auch die Probleme der Medienindustrie kennen, deren Geschäftsmodelle durch die Kostenlos-Kultur im Internet stark gefährdet sind.

Kozel ist jedoch nicht nur ein begnadeter Internet-Freak, er ist auch ein aggressiver Käufer. In seiner Zeit bei Cisco war er für mehr als 20 technologische Übernahmen und 25 Minderheitsbeteiligungen verantwortlich. Zuletzt war Kozel Aufsichtsvorsitzender beim schwedischen IT-Anbieter Telepo. Aus familiären Gründen war er mit seiner Familie, drei Kinder, vor einigen Jahren nach Europa umgezogen.

Bei der Telekom übernimmt der neue Vorstand eine der spannendsten Aufgaben. In den kommenden Jahren steht die Modernisierung aller Übertragungsnetze an. Die alte leitungsvermittelte Analog- und ISDN-Technik wird abgeschaltet, neue internetbasierte Vermittlungsstellen mit noch schnelleren Glasfaseranschlüssen werden in den Städten ausgerollt. Das Vorlegen eines genauen Umbau-Zeitplans wird eines seiner ersten Aufgaben sein. Gleichzeitig verantwortet Kozel die Umsetzung von Obermanns neuer Internet-Strategie mit der Markteinführung neuer webbasierter Dienstleistungen, mit denen die Telekom eine Wachstumsoffensive starten und die Umsatzausfälle im traditionellen Anschlussgeschäft kompensieren will.

Mit Kozel bekommt die Telekom auch einen agilen Querdenker, der sich seine Startup-Mentalität aus der Cisco-Zeit bis heute bewahrt hat. Genau so einen Mann braucht Obermann, um die künftig noch schärferen Attacken von Web-Riesen wie Google, Apple und Microsoft abwehren zu können.

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