Deutsche Telekom: Obermann spart kräftig dank Fusion von Festnetz und Mobilfunk

Deutsche Telekom: Obermann spart kräftig dank Fusion von Festnetz und Mobilfunk

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Telekom-Chef Obermann: Totalumbau von T-Home und T-Mobile

Telekom-Chef René Obermann will durch die Fusion von Festnetz- und Mobilfunksparte mehrere Hundert Standorte und Tausende Managerposten einsparen.

Der Auftritt ist ganz nach dem Geschmack von René Obermann. Morgens um 8.15 Uhr, noch bevor die IT-Messe CeBIT ihre Tore öffnet, stürmt der Telekom-Chef die Bühne auf dem Telekom-Stand in Halle 26 und gibt den 400 Mitarbeitern den letzten Kick. „Ist das nicht ein superästhetischer Messestand?“, fragt Obermann zu Beginn seiner fast schon traditionellen „Morgenandacht“ in die Menge und wartet die Antwort nicht ab. „Wir bauen eine neue Telekom“, kündigt Obermann dann voller Begeisterung an. „Wir präsentieren uns als eine Firma und eine Marke. Die Kunden müssen dann nicht mehr von A nach B rennen.“

Die CeBIT lieferte einen Vorgeschmack davon, wie sich Obermann die neue Telekom vorstellt. Riesengroß überstrahlt das magentafarbene T einen futuristisch gestylten Messestand in Form eines Raumschiffes. Für ein paar Tage sollen die hier anwesenden Manager ihr Sparten- und Schubladendenken vergessen. Denn die Kunden kaufen heute nicht mehr das Festnetz- oder Mobilfunkprodukt der bisher getrennten Marken T-Home und T-Mobile, sondern stellen sich Komplettpakete aus Telefon, Mobilfunk und schnellem InternetAnschluss zusammen. Da ist es eher hinderlich, wenn jede der drei Telekom-Sparten T-Home, T-Mobile und T-Systems ihre eigenen Produkte in den Vordergrund rückt.

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Obermann hält sich noch bedeckt

Was die Telekom auf der CeBIT erstmals praktizierte, stellt bald den gesamten Konzern auf Kopf. Die technisch bedingten Grenzen zwischen Mobilfunk und Festnetz verschwinden. Noch in diesem Jahr will Obermann alle Mauern zwischen den bis dato weitgehend getrennt operierenden Sparten T-Mobile und T-Home endgültig einreißen. Die beiden Bereiche sollen zu einer Riesen-Einheit mit einem Gesamtumsatz von 29 Milliarden Euro und mehr als 87 000 Mitarbeitern verschmelzen.

So weit die Vision. Welche Folgen der Umbau für die Besatzung des Raumschiffs Telekom haben wird, dazu hält sich Chefpilot Obermann bisher allerdings bedeckt. Nach den ersten Entwürfen ist eine viel schlankere Konzernstruktur geplant – mit deutlich weniger Niederlassungen und Standorten. Im Extremfall kann das zur Schließung von vielen Hundert Betriebsstätten führen und damit zum Wegfall von mehreren Tausend Managerposten und dem Abbau von weiteren 10 000 Arbeitsplätzen pro Jahr.

Ein Projektteam unter der Leitung des neuen Vorstandsbeauftragten Thomas Dannenfeldt wird in den kommenden Monaten die neue Struktur für eine dann netzübergreifend tätige Privatkundensparte entwerfen. Noch vor den Sommerferien soll der Aufsichtsrat seinen Segen geben.

Tiefe Einschnitte geplant

Dannenfeldts Projektteam bereitet tiefe Einschnitte vor. Denn nicht nur in der neuen Deutschland-Zentrale für das Privatkundengeschäft sollen künftig Festnetz- und Mobilfunkmanager Tür an Tür sitzen und die Marktanteile auf dem heftig umkämpften Heimatmarkt verteidigen. Auch in den Niederlassungen vor Ort soll es eine Vereinigung der beiden Sparten geben, viele Standorte würden dadurch ganz wegfallen. Viele Mitarbeiter dürften dann die längeren Anfahrtswege scheuen und lieber eines der vergleichsweise großzügigen Abfindungsangebote annehmen. Das erleichtert dem Magenta-Riesen den ohnehin erforderlichen Stellenabbau.

Berater wie Roman Friedrich, Telekom-Experte bei Booz & Company in Düsseldorf, wundern sich, dass die Deutsche Telekom diesen Schritt so lange hinausgezögert hat. Ex-Monopolisten in Europa wie France Télécom, Swisscom und die holländische KPN haben viel früher mit der vollständigen Integration von Festnetz und Mobilfunk begonnen. Und Friedrichs Marktanalysen zeigen, dass sie die Preiskämpfe besser überstehen und sogar Marktanteile zurückgewinnen können.

Hinzu kommt: Der operative Gewinn von Ex-Monopolisten wie der Deutschen Telekom lässt sich nach Booz-Berechnungen um bis zu 20 Prozent erhöhen, weil die Zusammenlegung so kostenintensiver Bereiche wie Produktentwicklung, Marketing, Netzbetrieb, Rechenzentren und Kundenservice Synergien eröffnet und damit Sparmöglichkeiten in Milliardenhöhe schafft.

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