Deutsche Telekom : Obermanns zweite Gewinnwarnung

KommentarDeutsche Telekom : Obermanns zweite Gewinnwarnung

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Telekom-Chef René Obermann

Es ist gerade mal zwei Monate her, da verschaffte sich Karl-Gerhard Eick einen glänzenden Abgang als Finanzvorstand der Deutschen Telekom. Inzwischen ist klar, dass seinem Nachfolger Timotheus Höttges schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt als neuer Finanzvorstand ernste Zweifel an der Krisenfestigkeit der Deutschen Telekom gekommen sein müssen. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Jürgen Berke.

Dabei entsprach noch die Bilanz des Jahres 2008 exakt den Vorgaben.

Zum ersten Mal – nach den weniger erfolgreichen Jahren 2006 und 2007 – hatte die Deutsche Telekom ein Geschäftsjahr ohne Gewinnwarnung überstanden. 

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Alle schienen zuversichtlich, dass die Deutsche Telekom ohne größere Blessuren durch das Krisenjahr 2009 kommt. Die Ziele wurden erneuert, das Telekom-Haus schien gut bestellt.

Denn telefoniert wird immer. In der Krise, so schien es,  wirft niemand sein Handy weg oder kündigt seinen Internetanschluss. Der Zahlenmensch Eick wechselte mit viel Beifall in den Chefsessel von Arcandor und treibt seitdem die längst überfällige Sanierung des Kaufhaus- und Touristikkonzerns voran.

Inzwischen ist klar, dass seinem Nachfolger Timotheus Höttges schon wenige Tage nach seinem Amtsantritt als neuer Finanzvorstand ernste Zweifel an der Krisenfestigkeit der Deutschen Telekom gekommen sein müssen.

Das Zahlenwerk des ersten Quartals, das der bis zum 28. Februar amtierende Eick zu zwei Drittel mitzuverantworten hat, offenbart insbesondere in den drei wichtigen Auslandsmärkten USA, Großbritannien und Polen unerwartete Einbußen.

Die für dieses Jahr geplanten Infrastrukturinvestitionen werden eingefroren und die Marketingbudgets gekappt, damit der operative Gewinn nicht noch weiter absackt. In Großbritannien tauscht Konzernchef René Obermann sogar das gesamte Management aus.

Im schlimmsten Fall droht eine Wertberichtigung auf die viel zu teuer gekaufte Mobilfunk-Tochter in Großbritannien. Die Wirtschaftsprüfer schauen sich den Sonderabschreibungsbedarf gerade an.

Fest steht: Ausgerechnet die Länder schwächeln, in denen nur T-Mobile als Mobilfunker aktiv ist. Die anderen Auslandsgesellschaften, insbesondere die mit Festnetz und Mobilfunk integriert aufgestellten Telekom-Gesellschaften in Deutschland und Südosteuropa, erscheinen dagegen als Hort der Stabilität. Obermann wird auch in den USA, Großbritannien und Polen in das Geschäft mit schnellen Internetanschlüssen einstiegen müssen – oder sich ganz von diesen Beteiligungen trennen. 

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