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Deutsche Telekom: Telekom ändert Strategie für Auslandsexpansion

von Jürgen Berke

Telekom-Chefstratege Francis Deprez erteilt Milliarden-Deals mit Netzbetreibern eine Absage und will neue Märkte über Produkte erschließen - und die Telekom so zum "Multi-Produkt-Internet-Unternehmen" machen.

In der Branche wird schon spekuliert, wann Telekom-Chef René Obermann seinen Beitrag zur Überwindung der Griechenland-Krise leistet und seine 30-Prozent-Beteiligung am dortigen Exmonopolisten OTE durch Zukauf weiterer Staatsanteile aufstockt. Doch nach Ansicht von Francis Deprez, dem Strategiechef der Deutschen Telekom, sind solche Milliarden-Deals eher ein Auslaufmodell. „Der Kauf einer Telefongesellschaft war früher der Klassiker“, erklärt Deprez in einem Beitrag für das konzerneigene Intranet, der der WirtschaftsWoche vorliegt.

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„Wir können auch Expansion betreiben, ohne ein Netz zu kaufen. Denn neue Märkte werden künftig über Produkte und nicht mehr unbedingt über den Zukauf von Telekommunikationsbetreibern erschlossen.“ Die Telekom verwandele sich so in ein „Multi-Produkt-Internet-Unternehmen“. Besonders „smart“ an der neuen Strategie (interne Bezeichnung: „Telco plus“) sei, dass die Telekom, so Deprez, „relativ günstig“ in neue, lukrative Auslandsmärkte wie Brasilien, Russland oder die Türkei vordringen könne.

So verhandelt T-Systems gerade mit einer großen brasilianischen Telefongesellschaft, die das Geschäftsmodell der Großkundensparte kopieren und in Brasilien aufbauen will. Auch im Privatkundengeschäft will sich die Telekom mit der Scout24-Gruppe und Load-Familie (Musicload, Videoload, Gamesload, Softwareload) europaweit ausbreiten. Das Portal AutoScout24, das schon in 13 Ländern aktiv ist, steht vor dem Sprung nach Russland.

Mit der Expansion solcher eigenen Web-Angebote will Obermann den Umsatz von derzeit 800 Millionen Euro auf zwei bis drei Milliarden Euro bis 2015 steigern.

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