Deutsche Touring: Busunternehmen plant Angriff auf Deutsche Bahn

Deutsche Touring: Busunternehmen plant Angriff auf Deutsche Bahn

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Fernbuslinien

von Christian Schlesiger

Große Busunternehmen wollen der Bahn Kunden abjagen und einen Liniendienst zwischen den Metropolen aufziehen.

Die Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz, denn der Fernverkehr in Deutschland steht vor einer Revolution. Schon in den nächsten Monaten will die Bundesregierung das Personenbeförderungsgesetz ändern, das Fernbuslinien von Ausnahmen abgesehen untersagt. Das Bundesverwaltungsgericht hat das Verbot bereits im Juni gelockert. Jetzt legen große Busunternehmen ihre Pläne vor.

So will die Deutsche Touring — bis 2005 selbst Tochter der Deutschen Bahn und heute eines der größten Busunternehmen hierzulande — spätestens ab 2011 im bundesweiten Taktverkehr von Ost nach West und von Süd nach Nord fahren und die Metropolen Deutschlands regelmäßig bedienen, meist mit Zwischenstopps in mittelgroßen Städten. Ein Konzept, das mit dem der berühmten Greyhound-Busse in Nordamerika vergleichbar ist.

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„Wir wollen die Ersten mit einem flächendeckenden Angebot sein“, sagt Geschäftsführer Roderick Donker van Heel. Mit potenziellen Partnern spricht er bereits: Busunternehmen, die in mittelgroßen Städten stark sind und mit denen er Kosten für Marketing und Infrastruktur teilen könnte. Das Modell sieht Ticketpreise von 9 bis 39 Euro für die Hinfahrt vor, damit wäre die Deutsche Touring deutlich billiger als die Bahn. Die kassiert etwa für eine Fahrt von Berlin nach Köln ohne Bahncard 109 Euro.

Parallel will die Deutsche Touring ihre 130 internationalen Buslinien namens Eurolines, die deutsche Städte mit ausländischen verbinden, verstärkt nutzen. Auf grenzüberschreitenden Strecken ist der Linienverkehr zwar schon erlaubt, aber Zwischenstopps im Inland sind untersagt. Künftig könnten Fernlinienbusse etwa bei Fahrten von Warschau nach Köln vielleicht auch Reisende in Berlin aufgabeln. Ziel ist es, bis zu 100.000 Eurolines-Plätze im Binnenverkehr zu verkaufen.

Der aufkeimende Wettbewerb mobilisiert auch andere Busunternehmen. Der französische Konzern Veolia hat drei Strecken in Deutschland beantragt. Selbst die Deutsche Bahn schaut nicht tatenlos zu. Ihre Bustochter Bex verfügt zwar schon jetzt über eine Fernbusflotte, fährt aber fast ausschließlich von und nach Berlin, was das Gesetz bisher als Ausnahme zulässt. Nun hat sie zwei weitere Strecken beantragt: Bielefeld–Hamburg und Stuttgart–Oldenburg. Wenn die Liberalisierung kommt, „werden wir uns daran beteiligen“, sagt Bahn-Chef Rüdiger Grube. Noch gebe es aber „keinen Geschäftsplan“.

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