Deutsche Unternehmer: Konzern – nein danke

Deutsche Unternehmer: Konzern – nein danke

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Christian Wolf, Gründer von Wirkaufens.de

von Claudia Tödtmann

Er wollte mehr Freiheit und Kreativität, aber ohne die Einschränkungen und mühseligen Abstimmungen eines Konzerns: Christian Wolf erwirbt gebrauchte Handys, macht sie flott und verkauft sie weiter – über das Internet.

Auf Strass ist Christian Wolf nicht gut zu sprechen. „Die Steine sind von den Handys so mühsam zu entfernen“, klagt der 34-Jährige aus Koblenz, "besonders, wenn sie abgewetzt sind.“

Der Rheinländer ist sich für kaum etwas zu schade. Deshalb schreckte er auch nicht davor zurück, in eines der ältesten Gewerbe einzusteigen, den Gebrauchtwarenhandel. Allerdings verhökert er keine getragenen Klamotten, verkratzten Möbel oder rostende Autos. Seine Waren zählen zu den schnelllebigsten Gütern überhaupt – und stehen im Internet.

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15 Prozent der Handys sind kein halbes Jahr jung

Wolf macht gebrauchte Handys und andere Elektronikgeräte zu Geld. Die meisten Geräte gelangen zu ihm, weilihre Besitzer scharf auf ein neues sind, auf ein schickeres oder auf eins mit mehr Funk‧tionen. Meist ist die zweijährige Laufzeit des Vertrages mit der Mobiltelefongesellschaft abgelaufen, und Angehörige und Freunde haben keinen Bedarf. Darunter fällt der Löwenanteil der Geräte, die Wolf vertickt, rund 50 Prozent haben erst 18 bis 30 Monate auf dem Buckel.Der Rest ist deutlich älter. Immerhin 15 Prozent aber sind nicht mal ein halbes Jahr jung: „Mit denen kommen die Besitzer nicht zurecht, etwa weil sie sich nicht an ein neues System gewöhnen mögen“, erzählt Wolf.

Seit seinem Start im November 2008 betreibt der Unternehmer zwei Homepages. Die eine heißt wirkaufens.de. Über sie erwirbt er die Geräte: Mobiltelefone, iPods, MP-3-Player, Navis, Digitalkameras, Ob‧jektive, iPads, E-Book-Reader oder Spielekonsolen. Die zweite Homepage nennt sich www.asgoodasnu.de, was „so gut wie neu“ heißen soll. Über sie verkauft er die Ware wieder.

Zum fairen Marktpreis

6500 Geräte bringt Wolf inzwischen jeden Monat auf diese Weise an den Mann oder an die Frau. 85 Prozent sind Handys, 70 Prozent davon stammen von Männern, da diese sich häufiger ein neues elektronisches Schmuckstück für die Sakkotasche kaufen als Frauen.

"Unkompliziert und zum Festpreis, und zwar zum fairen Marktpreis“, wirbt Wolf, kaufe er die gebrauchten Geräte auf. Was er bezahlt, richtet sich nach dem Preis, der im Durchschnitt auf der Internet-Versteigerungsplattform Ebay erzielt wird. Als jemand ein iPod mit dem eingravierten Namen Gerhard – noch dazu in Schreibschrift – anbot, verlangte Wolf einen Abschlag von zehn Prozent: „Bis wir einen Gerhard finden oder jemand anderen, der das auch schön findet, das kann dauern.“

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