Deutsche Werbung: Walter Lürzer als neues Mitglied der "Hall of Fame" ausgezeichnet

Deutsche Werbung: Walter Lürzer als neues Mitglied der "Hall of Fame" ausgezeichnet

Bild vergrößern

Walter Lürzer

Der gebürtige Österreicher Walter Lürzer ist das neue Mitglied der von der WirtschaftsWoche gegründeten Hall of Fame der deutschen Werbung.

Ein Tourist, der von einem Krokodil ausgespien wird, ein mit Ketchup verzierter Hotdog, eine Frau mit weit aufgerissenen Augen, die sich die Ohren zuhält: Ein knappes Dutzend Motive liegt auf dem Tisch, eingesandt von den besten Werbeagenturen der Welt. Wie ein Wolf schleicht Walter Lürzer um die Motive herum, bleibt stehen, nimmt das eine oder andere Blatt genauer in Augenschein, geht weiter. Aus rund 3000 Einsendungen hat die Redaktion des Magazins „Lürzers Archiv“ in wochenlanger Kleinstarbeit die besten Anzeigen vorausgewählt. 

Aber welches Motiv taugt als Titel für die April-Ausgabe von „Lürzers Archiv“, einer der wichtigsten Publikationen der Werbebranche? Auf rund 300 Seiten bündelt Lürzer seit 25 Jahren die aus seiner Sicht besten Anzeigen der Welt. Das Magazin erscheint sechsmal jährlich weltweit in fünf Ausgaben, darunter auch eine chinesische, in einer Auflage von 45 000 Exemplaren. Lürzers aktueller Titelfavorit: ein wackeliges Kartenhaus in Lebensgröße, produziert von der Agentur Leo Burnett London für eine Kampagne der britischen Wohltätigkeitsorganisation Shelter. „Die Entscheidung fürs Cover treffe ich meist allein“, sagt Lürzer. „Es ist jedes Mal verdammt schwer, etwas wirklich Originelles zu finden.“

Anzeige

Für seine herausragende Urteilskraft ist Lürzer seit Jahrzehnten in der Werbebranche bekannt. Sie ist einer der Gründe, dass der Österreicher nun Mitglied der Hall of Fame der deutschen Werbung wird. „Walter Lürzer ist es über Jahrzehnte bis heute gelungen, Kreativität und Unternehmergeist erfolgreich zu verknüpfen“, sagt Roland Tichy, Chefredakteur der WirtschaftsWoche und Vorsitzender der Hall-of-Fame-Jury. „Mit seinen erfrischenden Kampagnen hat er der deutschen Werbung wichtige Impulse verliehen und ihr internationale Anerkennung verschafft.“

Um Werbekoryphäen wie Lürzer zu ehren und die gesellschaftliche wie wirtschaftliche Bedeutung der Branche zu würdigen, hat die WirtschaftsWoche 2001 die Hall of Fame der deutschen Werbung gegründet. Mit der Aufnahme in die Ruhmeshalle werden Persönlichkeiten geehrt, die sich um das Ansehen der Branche in Deutschland verdient gemacht haben. Walter Lürzer ist das 23. Mitglied. Sein Credo: „Es gibt keine allgemeingültigen Regeln für gute Werbung“ – die Beurteilung trifft der Betrachter. „Für Unternehmer ist Werbung gut, die ihre Produkte verkauft, für Verbraucher, wenn sie sie nicht belügt – und für Werber, wenn sie damit Pokale gewinnen.“ Aber nicht um jeden Preis. „Ich verabscheue Werbung, die Gewalt verharmlost, Frauen oder Religionen verachtet“, sagt er. Lieber setzt er auf den Hollywood-Effekt – „Hauptsache auffallen“ – wie die exaltierte US-Hotelerbin Paris Hilton. „Sie hat keine Hemmungen, kann nichts – trotzdem reden alle über sie.“

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%