Deutscher Handelskongress: Einzelhandel zurück zur Normalität

Deutscher Handelskongress: Einzelhandel zurück zur Normalität

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Die Branche blickt optimistisch in die Zukunft

von Mario Brück

Eine Branche überwindet die Krise – von der sie eigentlich kaum getroffen wurde. Auf dem 9. Deutschen Handelskongress in Berlin diskutiert der Einzelhandel seine Zukunft.

Zum Auftakt des 9. Deutschen Handelskongress in Berlin hatte Josef Sanktjohanser, Rewe-Vorstand und seit vier Jahren Präsident des Handelsverband Deutschland, gute Nachrichten für die rund 500 Manager aus dem Einzelhandel und der Konsumgüterindustrie parat: Nach einem Umsatzrückgang von rund zwei Prozent im vergangenen Jahr rechnet der Verbandschef im laufenden Jahr mit einem Erlöszuwachs von rund 1,5 Prozent im deutschen Einzelhandel. „Damit bestätigt auch der Einzelhandel, dass die deutsche Wirtschaft gut aus der Krise heraus gekommen ist“.

Für das kommende Jahr ist Sankjohanser nicht mehr ganz so optimistisch. „Aber eine Eins vor dem Komma dürfte machbar sein.“

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Ein Plus von 1,5 Prozent in diesem Jahr ist zwar eher die Rückkehr zur mageren Normalität und liegt auch unter dem prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Wachstum von rund 3,5 Prozent in diesem Jahr. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass der deutsche Einzelhandel auch nicht so dramatisch abgestürzt sei wie andere Branchen, etwa die Maschinenbauer, sagte Sanktjohanser.

Lage im Einzelhandel ist gut

Das sieht auch Michael Hüther, Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, so: „Der Handel ist keine Krisenbranche.“ Dort gehe es eher um strukturelle Probleme wie Flächenüberkapazitäten, also zuviel Verkaufsfläche je Einwohner. Der Konsum werde laut Hüther auch im kommenden Jahr weiter angekurbelt. Dazu würden einerseits die stabile Lage am Arbeitsmarkt und andererseits eine Steigerung der verfügbaren Einkommen beitragen. Preisbereinigt rechnet Hüther mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs um rund ein Prozent. 2009 war dieser Wert um fast zwei Prozent gesunken.

Die Lage im deutschen Einzelhandel sei laut Sanktjohanser so gut, wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Zum Jahresbeginn war die Branche noch von einem Nullwachstum ausgegangen.

„Wir haben in Deutschland in den vergangenen beiden Jahren rund 40.000 neue Stellen geschaffen“, sagt Sanktjohanser. Insgesamt beschäftige die Branche zudem mehr als 160.000 Auszubildende.

Als eine der großen Herausforderungen der Zukunft sieht Sanktjohanser die Entwicklungen im Online-Handel. Die Verkäufe über das Internet hätten sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Für 2011 sei erneut ein Wachstum von zehn Prozent zu erwarten. Der Anteil von Lebensmitteln die über das Internet verkauft würden, läge allerdings erst bei 0,5 Prozent.

Als Erfolgsrezept vor allem der großen Lebensmittelketten wie Rewe oder Edeka wertet Sanktjohanser die Mischung von Marke und Handelsmarke im Sortiment. Daneben liefert sie im Premiumbereich einen Beitrag zum Image des jeweiligen Händlers. Zudem leiste die Handelsmarke einen nicht zu unterschätzenden volkswirtschaftlichen Beitrag, indem sie die Kapazitäten der  Lieferanten auslaste. Handelmarken werden zu einem großen Teil von mittelständischen Unternehmen produziert.

Den Vorwurf der großen Markenartikelhersteller wie auch vieler Verbraucherschützer und des Bundeskartellamtes, die großen Handelsketten hätten über Jahrzehnte hinweg eine einseitige Marktmacht aufgebaut, wies Sankjohanser zurück.

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